Smarte Lügen: Die 5 größten KI-Mythen

21. September 2018 /
©Pixabay

Elektrizität, der Verbrennermotor und die Dampfmaschine – sie alle katapultierten die Menschheit auf neue Entwicklungsstufen. Schenkt man populären Medien und munteren Diskussionsrunden zum Thema KI ausreichend Glauben, tut sich momentan wieder ein solches Absprungsszenario auf. Dabei ist jedoch von noch sehr viel mehr als von purem Absprung die Rede, eher klingt das alles nach Abheben in eine neue Zeit, ein neues Zeitalter, vielleicht sogar in eine neue Sphäre. Wie viel das jedoch tatsächlich auch mit Wissenschaft zu tun hat, fragt man sich nicht nur beim entspannten Gespräch am Stammtisch, sondern auch in der einschlägigen Fachliteratur. So stellt sich Jerry Kaplan in seinem Standardwerk „Künstliche Intelligenz“ die Frage, ob KI als eigenständige Wissenschaft betrachtet werden kann oder einfach nur als Lady Gaga der Informatik über die Bühne der Wissenschaften hopst. Eine grelle Show, bei der sich das Publikum nachher die Frage stellt, ob das nun gerade echt war oder doch nur ein geschicktes Spiel mit der eigenen Vorstellungskraft getrieben wurde. Egal auf welcher der beiden Seiten man sich befindet, die Vorstellung eines kleinen Roboters als eifrige Haushaltshilfe geisterte wohl in den meisten Köpfen schon einmal herum. Mit Alexa, Google RankBrain und neuen Smarthome-Lösungen haben einige dieser Vorstellungen auch schon im Alltag Einzug gehalten. Von einer allumfassenden Revolution, wie einst bei der Erfindung der Elektrizität kann aber noch längst nicht die Rede sein. Auch nicht davon, dass KI drauf und dran wäre die menschliche Intelligenz zu überflügeln. Irgendwo zwischen verheißungsvoll und beängstigend spielen sich all die momentan kursierenden Mythen zum Thema KI ab – die folgenden fünf Vorstellungen halten sich dabei wohl am beständigsten.

Die Vorstellung von KI ist ein Kind unserer Zeit. Obwohl der Begriff der Künstlichen Intelligenz vergleichsweise jung ist, ist die Idee eine Maschine zu erfinden, die das menschliche Gehirn nicht nur simuliert sondern sogar überholt, ist allerdings schon sehr alt. Einer Maschine eine menschliche Seele einzuhauchen beschäftigte schließlich schon die griechische Antike und etwas später auch Mittelalter und Renaissance. Der Begriff selbst wurde vom US-amerikanischen Informatiker John McCarthy im Jahr 1955 geprägt. Darauf folgten immer wieder neue Entwicklungen und Trends zu diesem Thema, die häufig allerdings eher im Sand verliefen. Der aktuelle Schub in diese Richtung wurde vor allem durch Big Data und die Möglichkeiten des Cloud Computing gespeist.

©Pixabay

KI denkt wie ein realer Mensch. Klar, vieles bisher Undenkbare ist heute möglich – Siri und Alexa erklären einem die Welt und das hauseigene Heizsystem entscheidet selbstständig wann die Wohlfühltemperatur erreicht ist. Dennoch funktioniert künstliche Intelligenz nicht losgelöst von humaner Intelligenz, denn jedes System, ganz gleich ob es sich dabei um den smarten Heizkörper oder um ein selbstfahrendes Auto handelt, verfolgt nur jene Ziele, die ihm Menschen zuvor einprogrammiert haben. Zwar wird es durch hochentwickelte Data-Analytics-Software möglich, menschliches Verhalten sehr genau vorherzusagen, sodass die Illusion eines menschlichen Gegenübers entsteht, es bleibt jedoch eine Illusion. An einer Super-Intelligenz, die aus einer KI geschaffen wurde, die wiederum aus einer KI geschaffen wurde, wird jedoch bereits gearbeitet. Forscher, wie Stephen Hawking machten jedoch bereits darauf aufmerksam, dass es nur noch ein halbes Jahrhundert dauern könnte, bis diese Super-Intelligenz wirklich existiert.

Dank KI sind wir bald alle unsere Jobs los. Wenn die Faszination für all die Entwicklungen auf dem Gebiet der KI in Panik umschlagen, geht es meistens um die Angst davor, dass viele unserer Jobs künftig auf der Kippe stehen. Blickt man zurück, war es jedoch immer so, dass technologische Revolutionen immer mehr Jobs geschaffen haben als dadurch zerstört wurden. Bei der Künstlichen Intelligenz ist Ähnliches zu erwarten, insbesondere dann, wenn dadurch Menschen ermutigt werden sollen, sich jene neuen Fähigkeiten anzueignen, die sie brauchen um mit diesen smarten Systemen zu arbeiten. Sofern dieses Miteinander nicht gefährdet ist und die Menschen gewillt bleiben zu lernen, sollte dieser großen Furcht nicht zu viel Platz eingeräumt werden.

©Pixabay

Hallo Weltherrschaft, du gehörst mir. Noch bevor viele von uns in wissenschaftliche Studien und Diskussionen zu diesem Thema eintauchen konnten, wurden unsere Gehirne von zahlreichen Filmen, Serien und Büchern aus dem Sci-Fi Regal darauf vorbereitet. Natürlich ging es dabei letztlich vor allem immer um eines – um die Weltherrschaft. Spätestens seit Fritz Langs Film Metropolis von 1927 spielen solche dystopischen Zukunftsszenarien bei derlei Diskussionen immer mit. Natürlich sollten Unternehmen nicht uneingeschränkt positiv an diese Sache herangehen, die Angst vollständigen Kontrollverlusts sollte aber auch nicht zu sehr in den Vordergrund rücken.

KI und Machine Learning sind dasselbe. Künstliche Intelligenz ist vor allem ein Überbegriff. Damit sind alle Technologien und Systeme gemeint, die den Eindruck vermitteln, es handle sich bei ihnen um mit menschlicher Intelligenz operierende Systeme. Eine dieser Technologien ist Machine Learning. Hierbei geht es vor allem um Systeme, die sich dadurch auszeichnen, dass Algorithmen permanent mit neuen Daten gefüttert werden, damit sich ihr Output stetig verbessert. Es gibt allerdings noch einige andere Teildisziplinen, wie beispielsweise Deep Learning, Kognitive Processing und Natural Language Processing.

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Verfasst von
Sarah Wetzlmayr ist Redakteurin und meistens irgendwo an der Schnittstelle zwischen Netzkultur und Hochkultur zu finden. Virtual Reality, Smart-Devices und Apps prägen deshalb nicht nur ihren Arbeitsalltag, sondern auch ihre Freizeit.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.