Old Man’s Journey: Preisgekröntes Spiel aus Wien

03. September 2018 /
Old Man's Journey Credit: Broken Rules

Apple Design Award, iPad Game of the Year, Media Choice Award der Indiecate und sogar ein BAFTA Shortlisting – „Old Man’s Journey“ wird mit Lob überschüttet. Das kommt nicht von ungefähr: Ursprünglich von Felix Bohatsch und Clemens Scott aus ihren eigenen Lebenserfahrungen entwickelt, wuchs die Reise des alten Mannes bald zu einem Großprojekt und erntet nun die Früchte dieser Arbeit.

Abenteuer-Spiel für Smartphone und Konsole

Seit seinem Release im Mai 2017 hat das Spiel des Wiener Studio Broken Rules zahlreiche Erfolge gefeiert. Ursprünglich für PC und Mac sowie Smartphones erschienen, fand das bezaubernde Puzzle-Abenteuer in den letzten Monaten auch seinen Weg auf die Nintendo Switch und die Playstation 4. Das Spiel überzeugt nicht nur visuell, sondern erzählt auch eine einfühlsame Geschichte.

Im Spiel begleiten Spielerinnen einen alten Mann, der sich, angetrieben von einen Brief, auf die Reise zu einem unbekannten Absender begibt. Dabei steuert man ihn nicht direkt, sondern bereitet seinen Weg durch die 15 Szenarien. Nach jedem Hindernis hält er immer wieder inne und blickt auf sein Leben zurück, erinnert sich an schöne Momente und Fehler, die er gemacht hat. Die Figur des Alten ist vielschichtig und authentisch, vom verliebten Soldaten bis zum unsympathischen Egoisten. Die Auseinandersetzung mit den Entscheidungen, die er im Leben getroffen hat, ist das zentrale Element der Geschichte.

Intuitive Spielmechanik mit schöner Bilderbuch-Grafik

Besonders bestechend sind die liebevoll gezeichneten Landschaften, die die Stimmung und Situation der Reise widerspiegeln. Sie müssen von Spielerinnen so verändert werden, dass der Weg für den alten Wanderer frei gemacht wird. Die Level bestehen aus mehreren Ebenen, die verschoben werden können und so neue Wege freigeben. Dabei muss von Hügel zu Hügel navigiert werden, vorbei an Zäunen, Wasserfällen und Schafen. Das ist intuitiv und nicht sonderlich knifflig, macht aber über die etwa 90 Minuten, die man mit dem Spiel verbringt, sehr viel Freude. Wie ein guter Film nimmt es Spielerinnen mit auf eine emotionale Reise, die schlussendlich zu Tränen rührt.

In Sachen „besonders schönes Design“ sind die Broken Rules kein unbeschriebenes Blatt. In ihrem ersten Spiel „And Yet It Moves“ navigiert man sich durch Level aus überlappenden Kollagen, die einem Stop-Motion-Film aus Papierschablonen ähneln. Auch „Chasing Aurora“ und der Nachfolger „Secrets of Reatikon“ stachen mit ihrer Origami-Welt optisch hervor. Kein Wunder also, dass „Old Man’s Journey“ dieser Tradition folgt. Es wirkt, als würde man ein interaktives Bilderbuch durchblättern.

Preisgekrönte Spielelandschaft

Dem preisgekrönten Design ging ein langer Entwicklungsweg und viel Herzblut voraus. Die ursprüngliche Version bestand aus einer Figur, einem wegweisenden Wimpel und grauen Berglandschaften. Die Grundelemente sind in dieser Rohform bereits verankert und erhielten später ihren besonders malerischen Anstrich. Daran war das Animationsstudio Salon Alpin nicht unbeteiligt, lieferten sie doch mit handgezeichneten Artworks die Vorlage für das gelungene Enddesign. Zusammen mit Creative Director Clemens Scott entwickelten sie den Grafikstil, der das Spiel so besonders macht.

„Old Man’s Journey“ ist das perfekte Spiel für einen ruhigen Nachmittag, lädt zum entspannen und in Erinnerungen schwelgen ein. Es ist bittersüß und lockt vielleicht auch die ein oder andere Träne hervor. Das Spiel ist bereits für PC, Mac, iOS, Android, Nintendo Switch und Playstation 4 erschienen.

Verfasst von
Franziska Bechtold arbeitet in der Monopol-Redaktion und verbringt ihre Freizeit schon immer gern in Digitalen Welten: Videospiele, SmartDevices und technologischer Fortschritt sind feste Bestandteile ihres Alltags. Blogt als elektro-uschi.at

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