Der private Carpool am Handy

28. Juni 2018 /
Mini Sharing © BMW Group

Auch wenn manche Entwicklung dauert – die Autohersteller wissen, dass sich auch ihr Geschäftsmodell mittelfristig ändern wird. Dazu gehören nicht nur Carsharing-Angebote wie aktuell Car2Go oder auch DriveNow. Eine der Möglichkeiten sind etwa „Own a Brand“- statt „Own a Car“-Modelle. Dabei zahlt man der Marke pro Monat einen bestimmten Geldbetrag, kann aber je nach Bedarf aussuchen, welches Modell man fährt. Die Service-Kosten sind dabei in einer Pauschale inkludiert, sowie alle Versicherungen und am Besten auch die Anlieferung und Abholung. Wenig überraschend würden solche Modelle digital und zumeist direkt am Handy organisiert werden. Ganz soweit ist die Realität noch nicht, aber die Hersteller haben trotzdem bereits einige Neuerungen in dem Bereich im Angebot.

Care By Volvo

Care by Volvo im Volvo XC 40 © Volvocars

Mit dem neuen XC40 bietet Volvo nun ein Abo unter dem namen „Care by Volvo“ an, in dem die Kunden zu einer fixen Monatsrate nicht nur alle 24 Monate mit einem neuen Volvo Modell unterwegs sind, sonder das auch ziemlich sorgenfrei: Zusätzliche Anzahlungen oder Kosten für Steuern, Versicherungen, Wartung, Reparaturen, Winterbereifung, Räderwechsel und -einlagerung fallen nicht an. Und je nach regionaler Verfügbarkeit lassen sich auch gleich Dienstleistungen, wie das regelmäßige Tanken, die Autowäsche, Pannenhilfe und In-Car-Paketlieferungen integrieren. Als Kunde zahlt man nur den Treibstoff und die Betriebsstoffe.

Der neue Volvo XC 40 © Volvocars

Darüber hinaus können Fahrer ihr Fahrzeug mit Hilfe eines neuen digitalen Schlüssels – auf dem Smartphone – mit Freunden und Familie teilen. Die Marke will damit nicht zuletzt neue Zielgruppen ansprechen, die vielleicht weniger Bezug zum Auto haben, sich aber vorstellen können gemeinsam mit Freunden eines zu teilen. Aktuell profitieren neben Schweden auch Kunden in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien, Norwegen, Polen und den USA von dem Service. Weitere Märkte folgen zu einem späteren Zeitpunkt. In Österreich ist der XC40 – aktuell noch ohne „Care by Volvo“ – seit dem ersten Halbjahr 2018  erhältlich. Bei einer Präsentation des neuen XC40 Barcelona im Herbst des letztes Jahres konnten wir uns bereits von der Funktionalität überzeugen und haben uns den Zugang zum Fahrzeug gegenseitig über Smartphones ermöglicht.

Mini Sharing

Mini Sharing © BMW Group

Mini erprobt mit Mini Sharing in Spanien gerade die Möglichkeit, mit der gleichnamigen App Freunden, Familienangehörigen oder Kollegen die Erlaubnis zu erteilen, den Mini ganz einfach per Smartphone zu öffnen und zu starten. Das Modellprojekt in Madrid soll wichtige Erkenntnisse für den weltweiten Ausbau von Sharing Economy Aktivitäten liefern und ist Teil der Bestrebungen der BMW Group digitale Mobilitätsdienstleistungen  zu erproben. Mini Sharing ermöglicht es dem Fahrzeugbesitzer, seinen Mini mit bis zu zehn von ihm ausgewählten Personen zu teilen und die Verfügbarkeit des Fahrzeugs in der Kalenderfunktion der App anzuzeigen. Die Sharing-Partner können per App mit wenigen Klicks vom Smartphone aus eine Reservierungsanfrage  stellen. Nach der vom Besitzer erteilten Zustimmung werden der Standort des Fahrzeugs und der Weg dorthin per Navigation angezeigt. Anschließend wird das Smartphone, auf dem die Mini Sharing App geladen ist, zum Fahrzeugschlüssel.

Mini Sharing © BMW Group

Auf Wunsch kann der Eigner zum Beispiel Familienmitglieder in der Mini Sharing App als VIP-Nutzer kennzeichnen. Diese können das Fahrzeug besonders spontan buchen, ohne auf die Zustimmung des Besitzers warten zu müssen. Nach Abschluss der Fahrt wird der Wagen in einem mit dem Besitzer vereinbarten Bereich abgestellt und per Smartphone verriegelt. Anschließend erstellt die App einen Bericht mit den für eine Abrechnung erforderlichen Daten der Reise. Die Fahrer bekommen so die Möglichkeit, dem Besitzer des Mini über den Online-Bezahldienst PayPal eine Gebühr für den erlebten Fahrspaß zu überweisen. Zum Start des Modellprojekts in Madrid wurden darüber hinaus auch weitere Regularien geklärt: So kann der Versicherungsschutz unkompliziert und zu einem Pauschalbetrag auf die am Mini Sharing Programm teilnehmenden Zusatzfahrer erweitert werden. Eine Ausweitung auf weitere Metropolen ist angedacht.

Verfasst von
Martin Mühl schreibt seit 1999 über Kultur und Games – mit einem sich seit damals verlagernden Schwerpunkt in Richtung Kreativwirtschaft, Netzkultur und Technik.

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