Urlaub ohne Netzempfang: Detox für Körper und Geist

09. Juni 2018 /
Pixabay

Kommt einem das entspannte Lümmeln an einem kleinen Strändchen in Kerala wie ein Abenteuerurlaub vor, befindet man sich wohl gerade im Digital Detox-Urlaub und hatte diesen auch bereits bitter nötig. Nach dem Landen des Fliegers am Urlaubsort niemanden über die Ankunft informieren zu können und im Anschluss daran nicht im Stande zu sein eine der Suchmaschinen nach dem besten, schnellsten und einfachsten Weg zur Unterkunft zu befragen, wird für viele, die an den täglichen Umgang mit dem Smartphone gewöhnt sind, schnell zur Grenzerfahrung. Bevor eine solch kritische Grenze erreicht ist, lohnt es sich, sich für einen bestimmten Zeitraum von Smartphone, Tablet und Co zu befreien. Abschalten lautet das Stichwort. Oder eben Digital Detox – ein Trend der in den vergangenen  Jahren immer stärker wurde und aktuell einen Höhepunkt erlebt. Das zeigt sich momentan vor allem in verschiedenen Urlaubsangeboten, die auf digitale Entgiftung – also den bewussten Verzicht auf Smartphone und Co – ausgerichtet sind. Fernab von allem Alltagsstress sollte das digitale Fasten auch etwas leichter fallen als zwischen Wohnung und Büro. Wie eine Umfrage der Plattform Urlaubspiraten, die unter 4.000 NutzerInnen der Website durchgeführt wurde, bestätigt,  können sich 55 Prozent der mit digitalen Devices Aufgewachsenen (Digital Natives) einen solchen Urlaub vorstellen. Weitere 38 Prozent erklärten, dass sie einen Internet-Entzug zwar befürworten würden, sich den Verzicht auf das eigene Smartphone aber trotzdem nur schwer vorstellen können. Nur 7 Prozent gaben, dann dass sie ohne Smartphone und Internet gar nicht leben könnten. Auch wenn die Hälfte aller Befragten ein solches Urlaubsangebot mit Entgiftungseffekt gerne annehmen würden, so liegen zwischen Vorstellung und Realität dann trotzdem oft Welten – solche nämlich in denen Smartphone, Tablets und Co eine tragende Rolle spielen.

Urlaubsziele ohne Netzabdeckung

Wer den radikalsten Zugang zum Digital Detox-Erlebnis wählen möchte, der sucht sich gleich eine Urlaubsdestination mit kaum oder wenig Handyempfang aus. Bevor die kostbaren Urlaubstage nämlich damit verschwendet werden, mit dem Smartphone über dem Kopf wenigstens einem Empfangsstrich nachzujagen,  sollte man es sich derartige Versuche vielleicht einfach sparen und ganz einfach den Urlaub genießen. Die folgenden Orte verleiten nicht nur dazu selbst abzuschalten, sondern zwingen einen geradezu dazu, auch dem Smartphone eine kleine Auszeit zu können – ohne Netzabdeckung klingelt, läutet oder piept es ja ohnehin nicht.

Massa Marittima. Das kleine Örtchen in der Toskana ist ein Ort der Ruhe. Das liegt auch daran, dass hier zwar der Postmann ab und zu zweimal klingelt, dafür das Handy garantiert nicht läutet. Handyempfang gibt es nämlich kaum. Dafür herrliche Carbonara und unzählige Olivenbäume. Ehe man sich versieht, wird man auch festgestellt haben, dass  bei gutem Essen und guten Gesprächen Foodblogs und Chats schnell keine große Rolle mehr spielen.

Myanmar / Pixabay

Myanmar. Auch im südostasiatischen Myanmar tappen Urlaubsgäste regelmäßig von einem Funkloch ins nächste. Da bleibt das Smartphone am besten einfach gleich im Hotelzimmer. Internetcafés gibt es in der Hauptstadt Naypyidaw zwar einige – doch selbst dort ist durchgehender Empfang nicht garantiert.

Australiens Outback. An vielen Orten zwischen Perth und Darwin kann man nur über Satellitentelefon erreicht werden. Hier hat das Smartphone keine Chance. Wer noch nie im Outback unterwegs war, wird sich tatsächlich ein wenig so fühlen als wäre er am anderen Ende der Welt angekommen. Angesichts der imposanten Natur natürlich im positivsten Sinn. Der empfangslosen Zone entkommt man jedenfalls nicht so schnell: Das Outback nimmt nämlich beinahe drei Viertel der gesamten Fläche Australiens ein.

Lombok. Hier entgeht einem nicht nur der ein oder andere Anruf, sondern man entkommt auch geschickt größeren Touristengruppen, denen man benachbarten Bali deutlich öfter begegnet, denn Lombok ist touristisch noch nicht so stark erschlossen. Ansonsten überzeugt Lombok mit wunderschönen Stränden und beeindruckenden Trekkingtouren im Norden der Insel. Kommt man zurück nach Hause, wird man zwar feststellen, dass einem der ein oder andere Anruf entgangen ist – abgegangen ist einem aber dennoch nichts.

Island / Pixabay

Island. Wer es nicht nur gerne ruhig, sondern auch ein wenig kühler hat, wird sich auf Island wohlfühlen. Während es in größeren Städten und Orten durchaus Handyempfang gibt, überwiegen im Hochland die Funklöcher. Dank der beeindruckenden Natur und der vielen Geysire wird man aber schnell feststellen, dass ohnehin kein Filter jemals an die Natur herankommt.

Hier wird Digital Detox zum Programm

Wer das Digital Detox-Programm nicht in Eigenregie durchführen möchte, sondern lieber ein wenig Anleitung hätte, kann auch einfach einen Urlaub in einem der mittlerweile zahlreichen Digital Detox-Hotels und -Resorts buchen. Anhand der folgenden Beispiele wird schnell klar, dass Fasten nicht immer etwas mit Qual zu tun hat: Im Healing- und Wellness-Resort Kamalaya auf Koh Samui stehen den Gästen WLAN-freie Zonen und Zimmer ohne Fernseher auf 5-Sterne-Niveau zur Verfügung. Beratungsgespräche und Massagen runden das Programm des Resorts ab.

Koh Samui / Pixabay

Das Barberyn Art & Jungle Hideaway Diyabubula in Sri Lanka befindet sich mitten im Urwald. Die vielen Naturgeräusche rund um die fünf WLAN-freien Regenwald-Villen lassen einen bald vergessen, wie sich der Klingelton des eigenen Smartphones überhaupt anhört. Im Erandia Marari Ayurveda Beach Resort in Kerala gibt es weder Radio noch TV oder Internet. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit endlich mal in sich selbst reinzuhören, statt das Ohr an den Lautsprecher eines Smartphone zu pressen. Dank des Ayurveda-Programms kümmern sich die ResortbetreiberInnen hier auch darum sämtliche Giftstoffe aus dem Körper zu spülen.

„Abschalten“ hat also für viele Menschen eine Bedeutungsebene dazubekommen und ist mittlerweile mit „Smartphone und Tablet abschalten“ gleichzusetzen. Im Urlaub gelingt die digitale Entgiftung meist einfacher als daheim.

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Verfasst von
Sarah Wetzlmayr ist Redakteurin und meistens irgendwo an der Schnittstelle zwischen Netzkultur und Hochkultur zu finden. Virtual Reality, Smart-Devices und Apps prägen deshalb nicht nur ihren Arbeitsalltag, sondern auch ihre Freizeit.

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