Englisch, Türkisch oder Valyrisch – die besten Sprachlern-Apps

04. Juni 2018 /
glückliche frau steht in der stadt und tippt auf ihrem handy

Spätestens wenn wir vom Urlaub aus Spanien oder der Dienstreise von London zurückkommen, sind wir motiviert, den App-Store zu öffnen und eine der vielen Sprachlern-Apps downzuloaden. „I only understand railstation“, soll uns nicht mehr passieren und auf Mr. Google ist auch nicht immer Verlass, hat die Translate-Funktion doch lange Zeit „Kernseife“ als „nuclear soap“ übersetzt.

Die meisten Apps bieten fünf- bis zehnminütige Kapitel an, hochgerechnet macht das 30 Kapitel pro Monat beziehungsweise etwa 360 pro Jahr. Wartezeiten können damit im Handumdrehen sinnvoller genutzt werden, als mit Tinder-swipen oder Candy Crush spielen – und das „en passant“, sozusagen. Aufgrund des riesigen Angebots übertrumpfen sich die einzelnen Anbieter mit unterschiedlichen Lernmethoden, um möglichst viele Lerntypen anzusprechen. Während die einen visuell mit Bildern und Videos oder Zuhören den besten Lernerfolg erzielen, schwören andere auf repetitives Aufschreiben von Vokabeln.

Jeder sollte für sich am besten herausfinden, welcher Lerntyp man ist und im Zweifelsfall: Nix, das liegt, pickt. Installiert man eine App, kann man sie einfach ausprobieren und im Zweifelsfall wieder löschen. Die meisten Sprachlern-Apps synchronisieren sich übrigens automatisch über alle Geräte – ob Computer, Tablet oder Smartphone.

  1. Babbel (Android, iOS, kostenlose Probe)

Zu den bekanntesten Online-Sprachkursen zählt Babbel. Das Angebot von 14 Sprachen, darunter Niederländisch oder Türkisch, überzeugt mit gut ausgearbeiteten und kurzen Sprachkurslektionen und einer Spracherkennungs-Software. Wer bestimmte Lerninhalte vorab runterlädt, kann auf diese auch offline, zum Beispiel im Ausland, bequem zugreifen.

  1. Duolingo (Android, iOS, kostenlos)

Deutschsprachige Natives können einen App-Sprachkurs von Duolingo für Englisch, Spanisch und Französisch nutzen. Vor allem visuelle Lerntypen werden durch Bilder und bunte Illustrationen angesprochen. Wer in Englisch sattelfest ist, kann diese als Ausgangssprache wählen und somit 30 weitere Sprachen erlernen, darunter sind auch welche, die kaum andere Apps anbieten, wie zum Beispiel Hebräisch, Esperanto oder Swahili.

Fun Fact: „Valyrio Māzis“, was soviel heißt wie „Valyrisch kommt“ könnte ein Omen sein. Eingefleischte Game of Throne Fans, oder schlichte Sprachliebhaber, lernen seit Jahren die fiktionale Sprache Hochvalyrisch. Mit Duolingo geht das seit Neuestem auch per App. Und wer weiß – bei dem Serienerfolg etabliert sich Hochvalyrisch am Ende noch zu einer Weltsprache. Oder Klingonisch, was ebenfalls angeboten wird.

  1. LearnMatch (Android, iOS, Kosten siehe unten)

Das österreichische Start-Up Vision Education hat die „hallo Deutsch“ App weiterentwickelt und mit LearnMatch eine erweiterte mobile Sprachlernapplikation, bei der Fußball eine zentrale Rolle spielt, auf den Markt gebracht. Mit integrierten Gamification-Elementen steht der Spaßfaktor beim Vokabellernen im Vordergrund. Ein Live-Match-Feature sorgt für zusätzliche Lernmotivation und über Facebook, WhatsApp  & Co kann man jederzeit seine Familie oder Freunde zu einem Sprach-Match auffordern. T-Mobile unterstützt das österreichische Start-Up Vision Education.

Die App ist mit einer Sponsoren-Version, wie jener von T-Mobile, gratis. Mit dieser Version holt man sich nicht nur sein T-Mobile gebrandetes magenta Team-Trikot, sondern spart auch noch 9,90 Euro.

  1. Mooveez (Android, iOS, kostenpflichtig)

Für alle, die bei Filmklassikern, wie Forrest Gump oder Der Pate ganze Szenen auswendig mitsprechen können, ist Mooveez optimal. Sie wählen nicht nur einen Originalfilm aus der Bibliothek und sehen diesen an, sondern lesen das Skript parallel mit, bekommen linguistische Eigenheiten, Witze oder Redewendungen erklärt, können das Sprechen mit Audio-Karteikarten üben und auch Grammatik- und Vokabelübungen sind inkludiert.

  1. LingQ (Android, IOS, kostenlose Probe)

Während die meisten Sprachlern-Apps für Anfänger konzipiert sind, hat der Experte Steve Kaufmann mit LingQ eine App entwickelt, mit der Fortgeschrittene ihre Kenntnisse erweitern können. Das Konzept setzt auf intuitives Lernen: „Fesselnde Inhalte waren immer der Schlüssel zu meinem Sprachen lernen. Allerdings habe ich 45 Jahre benötigt, um neun Sprachen auf die altmodische Art und Weise zu lernen, aber nur 10 Jahre um 7 weitere Sprachen mit LingQ zu lernen.“

Weitere ausgezeichnete Apps mit innovativen und/oder bewährten Lernansätzen sind Busuu, Rosetta Stone oder LinguaTV.

Verfasst von
Alex Wolschann ist Mitbegründer der Content-Agentur kontexte und ehemaliger Chefredakteur der Computerwelt.

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