Der Ausbau von WLAN und Mobilfunk ist voll in Fahrt

08. Mai 2018 /
Pressekonferenz Mobilfunk. Copyrights: OEBB, Marek Knopp Pressekonferenz Mobilfunk. Copyrights: OEBB, Marek Knopp

Wir waren heute bei dem Pressegespräch der ÖBB dabei und sind mit dem Sonderzug von Wien nach St. Pölten und wieder retour gefahren. Grund für die Sonderfahrt ist die groß angelegte Investitionsoffensive für den Ausbau von WLAN und Mobilfunk auf den Zugstrecken. Gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern rüsten die ÖBB ihre Bahnstrecken mit Mobilfunk aus. Der erste große Meilenstein ist erreicht: der Ausbau der Netzabdeckung entlang der S-Bahn-Strecken in Wien sowie der Weststrecke Wien-Salzburg. Schritt zwei erfolgt bis Mitte 2019.

Unterwegs telefonieren, arbeiten, surfen, streamen ist state of the art. Die Nutzung mobiler Kommunikation steigt stetig und macht auch vor den Zügen nicht halt. Daher treiben die ÖBB die Digitalisierung voran. „Gemeinsam mit dem BMVIT und den Mobilfunkunternehmen A1, Drei Hutchison und T-Mobile Austria investieren wir rund 100 Millionen Euro, um die Mobilfunk-Netzabdeckung entlang der wichtigsten Bahnstrecken Österreichs zu verbessern“, berichtet Andreas Matthä, CEO ÖBB. So werden rund 1.500 km Bahnstrecke mit Mobilfunk ausgerüstet – rund ein Drittel davon bietet bereits den verbesserten Service. Damit können die BahnkundInnen künftig in ausgezeichneter Sprachqualität telefonieren und eine rasche Datenverbindung nutzen.

Pressekonferenz Mobilfunk, Copyrights: ÖBB, Marek Knopp

Pressekonferenz Mobilfunk, Copyrights: ÖBB, Marek Knopp

Rüdiger Köster, CTO T-Mobile Austria: „Die Versorgung von Bahnstrecken ist ein Megaprojekt, das nur in Kooperation geschafft werden kann. Einerseits muss das Funknetz extrem verdichtet werden, andererseits stoßen wir an physikalische Grenzen, für die wir Lösungen finden müssen. Wir sind sehr stolz, gemeinsam mit den ÖBB unseren Kunden auch beim Zugfahren ein unbeschwertes Telefonieren und Surfen zu ermöglichen.“

WLAN-Ausbau im Detail
Im Oktober 2015 hat die ÖBB-Infrastruktur AG mit den österreichischen Mobilfunk-Netzbetreibern eine Vereinbarung zur gemeinsamen Errichtung von Sendeanlagen entlang priorisierter Bahnstrecken abgeschlossen. Dadurch wird das Bestandsnetz verdichtet, Versorgungslücken geschlossen und der Breitbanddienst ausgebaut.

Im ersten Schritt wurden bereits einige Abschnitte in Betrieb genommen. Von der neuen, hohen Netzabdeckung profitieren die Reisenden beispielsweise auf den S-Bahn-Strecken in Wien und auf der Weststrecke Wien – Salzburg. In einer zweiten Etappe wird bis Mitte 2019 die Südstrecke mit einer verbesserten Mobilfunkversorgung ausgestattet. So wie auch die S-Bahn-Strecken in Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten, Innsbruck und Vorarlberg. Der Ausbau strebt eine Nutzung an bereits bestehender Infrastruktur an – z.B. Oberleitungsmaste, Bahnfunkmaste, etc. – und erfolgt während des laufenden Bahnbetriebes.

Technische Anforderungen für guten Empfang beim Bahnfahren
Die Anforderungen an ein stabiles Mobilfunknetz entlang der Bahnstrecken sind vielfältig: Sie unterscheiden sich von jenen des normalen Flächennetzes erheblich, da entlang der Gleise KEINE gleichmäßige Auslastung der Mobilfunknetze vorliegt. Ein Zug mit hunderten Passagieren nähert sich oft mir über 200 km/h – beispielsweise die Railjets zwischen Wien und Salzburg. Für die Sende- und Empfangsanlagen der Mobilfunkbetreuer bedeutet das Arbeit im Grenzbereich. Denn die Handys der Fahrgäste müssen sich alle einloggen und der Bedarf an Sprach- und Datenleitungen steigt sprunghaft an. Innerhalb kürzester Zeit muss folglich eine sehr hohe Datenlast verarbeitet werden. Trotz der Herausforderungen wurden schon wesentliche Verbesserung zum Telefonieren und Internetsurfen umgesetzt und die Fahrgäste können die Reisezeit mit ihren Handys noch besser nützen.

Pressekonferenz Mobilfunk, Copyrights: ÖBB, Marek Knopp

Pressekonferenz Mobilfunk, Copyrights: ÖBB, Marek Knopp

Mobilfunk für mehr Sicherheit
Der Netzausbau des Mobilfunks bringt nicht nur den BahnkundInnen viele Vorteile. Ein weiterer, wesentlicher Aspekt ist die Erhöhung der Sicherheit auf der Strecke. So nutzt die  ÖBB-Infrastruktur AG seit Jahren das sogenannte GSM-R Netzwerk – ein betriebliches Mobilfunkkommunikationsnetz auf einem eigenen Frequenzband, das von KundInnen öffentlicher Mobilfunknetze nicht zugänglich ist. Im Falle einer Störung oder eines Ausfalls dieses Systems kann die Kommunikation für den Bahnbetrieb mit einer durchgehenden und optimierten Netzabdeckung aufrechterhalten werden.

Verfasst von
Sie ist Pressesprecherin von T-Mobile Austria und Hauptredakteurin des 0676 Blogs. Sie interessiert sich seit der Jugend für Telekommunikation, Technologie und Mobilfunk.

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