Refugees{code} Hackathon: Die Universalsprache des Programmierens

06. Februar 2018 /
Hackathon (c)weXelerate Hackathon (c)weXelerate

Vergangenes Wochenende fand ein Hackathon der besonderen Art im WeXelerate Hub in Wien statt: Der non-profit Verein Refugees{code} vernetzte rund 60 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem 24-stündigen Hacking Marathon, der von T-Mobile unterstützt wurde.

Die Logik des Konzept von Refugees{code} ist bestechend einfach: „Ich habe bemerkt, dass fast alle Unternehmen Programmierer suchen – in allen möglichen Bereichen. Gleichzeitig wollen Geflüchtete Teil der Gesellschaft sein – das funktioniert am schnellsten über einen Job. Wir führen diese beiden Aspekte zusammen und bieten Programmierkurse für Geflüchtete an“, erklärt der Initiator und Gründer Stefan Steinberger. Selbst zwar kein Programmierer, fand er rasch ein Team und Sponsoren, die ihm bei der Umsetzung seiner Vision unterstützten.

Im Herbst 2016 – nur wenige Monate, nachdem die ersten Flüchtlingsströme Österreich erreichten – startete der erste Durchgang des Lehrgangs, bei dem 21 Geflüchteten in neun Monaten die Basics des Programmierens erlernten – eine Sprache, die weltweit gleich funktioniert und somit barrierefrei ist. „Eine neue Sprache zu lernen, gibt einem Freiheit und Selbstvertrauen. Als ich in Österreich angekommen bin, gab es kaum Möglichkeiten für mich. Das hat sich geändert, als ich eine neue Sprache gelernt habe: Programmieren. Das war meine Chance mich zu beweisen, zu zeigen, was ich kann, die Möglichkeit etwas Echtes zu schaffen, Menschen kennenzulernen und einen Job zu finden“, erzählt der 25-jährige Syrer Imad, der mittlerweile bei der TU-Wien angestellt ist. Neben Imad fanden bereits drei weitere Geflüchtete eine fixe Anstellung.

Programmieren als Universalsprache
Das Ausbildungsprogramm unterscheidet sich vom klassischen Frontalunterricht: „Wir arbeiten mit Online-Videos der Universität Harvard, die jedem frei zugänglich sind. Es gibt allerdings eine Drop-out-Quote von 95 Prozent beim Selbststudium, weil es bei Problemen keinen Ansprechpartner gibt. Wir bieten eine Community, in der sich die Teilnehmer untereinander austauschen können. Sie können sich mit Fragen an unseren professionellen Trainer wenden und sich an unserem Stundenplan orientieren. All diese Support-Tätigkeiten helfen dabei, den Kurs einfacher zu absolvieren“, führt Steinberger das Konzept aus, das überzeugt: 2017 wurde der Verein mit dem HR Award Newcomer of the year ausgezeichnet.

Anhand ihrer Motivation, Englischkenntnisse, Vorerfahrung und Arbeitserlaubnis wurden aus 140 Bewerberinnen und Bewerbern rund 20 Personen z.B. aus Syrien, dem Irak oder dem Iran ausgewählt. Der aktuelle – mittlerweile dritte – Durchgang startete im Oktober 2017 und endet Mitte April 2018 mit einem TU Wien- und Harvard CS50x-Zertifikat – definitiv ein beachtlicher Pluspunkt im Lebenslauf.

Innovative Lösungsansätze dank dem Internet der Dinge
Das Internet of Things (IoT) erobert mit innovativen Lösungsansätzen nahezu alle Branchen und hilft dabei, Abläufe in Unternehmen möglichst schnell, sicher und effizient zu gestalten. Die Datenübertragung stellt eine wesentliche Komponente von IoT-Lösungen dar. T-Mobile bietet gemeinsam mit führenden Technologiepartnern IoT-Kommunikation – also Hardware, Connectivity, Server und Schnittstellen – aus einer Hand. Ziel vom Internet der Dinge ist, dass Objekte intelligent werden und somit über das Internet untereinander Informationen austauschen können.

Zweiter Hackathon zur Ausbildungshalbzeit
Rund 60 Personen saßen im Startup- und Innovation-Hub WeXelerate nahe dem Donaukanal und ließen Codes in Windeseile über die Bildschirme laufen. Vertreten waren alle 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des aktuellen Programms sowie 39 erfahrene Junior/Senior Developer und Studenten. „Der Hackathon findet in einer Phase des Übergangs unserer Teilnehmer statt. Sie beherrschen mittlerweile die Grundlagen und haben hier die Möglichkeit, mit österreichischen Programmierprofis Projekte zu verwirklichen und durch die Zusammenarbeit noch mehr zu lernen“, erklärt Steinberger, weshalb die Teilnahme auch kostenlos war.

Jeder Programmierer entschied sich für die Ausarbeitung eines der Projekte, die zu Beginn der des 24-Stunden-Marathons präsentiert wurden, wobei auch eigene Ideen gern gesehen waren. „Der soziale Charakter steht beim Hackathon in zweifacher Weise im Vordergrund: Einerseits durch die Vernetzung der Geflüchteten mit Österreichern und dann nochmal durch nicht-kommerzielle Projekte selbst“, betont Steinberger.

Partnerschaft
Was mit einem Pitch in Alpbach begann, entwickelte sich zu einer guten Zusammenarbeit: T-Mobile unterstützt Refugees{code} seit einem Jahr mit einer Internetverbindung für den Programmierkurs. In diesem Jahr wird die Kooperation ausgeweitet: Ein Internship ist in Planung, was vor allem dadurch Sinn macht, weil manche Teilnehmer einen Master in Telecommunication besitzen. Im Rahmen des Hackathon stellte T-Mobile eine Relax-Area bereit: Liegestühle und pinke Sitzsäcke luden zum Entspannen ein, wobei sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischendurch ganz analog Ruhe gönnten. Steinberger arbeitet gerne mit T-Mobile zusammen: „ Es ist angenehm, dass alles immer sehr, sehr rasch und unkompliziert funktioniert. Wir können uns einfach verlassen, dass Dinge, die besprochen wurden auch eingehalten werden.“

Am Sonntagvormittag gingen 24 Stunden, in denen aus den Zahlen 1 und 0 Sinnvolles kreiert wurde, zu Ende. Neben den Siegern in den vier Kategorien Functionality, Creativity, Social Value und User Experience fühlten sich alle Teilnehmer als Gewinner: Die Zeit wurde nicht nur genutzt, um Wissen und Erfahrung auszutauschen, sondern auch, um einen interkulturellen Dialog zu führen – und das nicht nur in der Programmiersprache.

Hackathon Smart Public Life in St. Pölten
Das nächste Programmierer-Highlight steht bereits vor der Tür: T-Mobile und die FH St. Pölten laden vom 21. März bis 22. März 2018 zum Hackathon Smart Public Life.  Bei diesem 24-Stunden-Hackathon werden herausragende Ideen für eine innovative Stadt gesucht, um das Leben in St. Pölten für die BürgerInnen angenehmer, einfacher und lebenswerter zu gestalten. Es gibt noch freie Plätze. Alle Infos dazu sind im 0676Businessblog zu finden.

 

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Verfasst von
Christof Baumgartner ist freier IT-Journalist und Mitgründer der Content-Agentur kontexte.

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