Netz fertiggestellt: EAN ist startklar!

06. Februar 2018 /
EAN S-Band-Satellit im Orbit und seit September 2017 voll einsatzfähig. EAN S-Band-Satellit im Orbit und seit September 2017 voll einsatzfähig.

Die Deutsche Telekom und Inmarsat haben gemeinsam mit ihrem Technologiepartner Nokia einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung des European Aviation Network (EAN) erreicht. EAN ist das weltweit erste für den europäischen Luftraum konzipierte Netz und vereint S-Band-Satellitenkommunikation mit einem LTE-basierten Bodennetz. Mit rund 300 Basisstationen in allen 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie in der Schweiz und Norwegen ist die ergänzende Bodenkomponente des EAN das erste europaweit integrierte LTE-Netz. Die Vervollständigung des Netzes gelang nach Inmarsats erfolgreichem Launch seines EAN-Satelliten ins All vergangenen Sommer, der dann in seiner Umlaufbahn erfolgreich und ausführlich getestet wurde und seit September 2017 voll funktionsfähig ist.

Bislang unerreichte Konnektivität für Fluggäste
Das European Aviation Network ist eine technische Pionierleistung im Dienste der Luftfahrt und ihrer Passagiere und ein hochinnovatives europäisches Projekt. Es bietet nahtlose Konnektivität über Land und Wasser, und Fluggäste profitieren von der großen Bandbreite. Derzeit liegt die Übertragungsrate bei Verbindungen zu Flugzeugen bei über 75 Mbit/s. Fluglinien, die den Service nutzen, müssen die Netzkapazität nicht mit LTE-Nutzern am Boden teilen. So werden die Passagiere in der Lage sein, soziale Medien zu nutzen, Bilder zu teilen und sogar breitbandige Inhalte zu streamen – mit Übertragungsgeschwindigkeiten wie zuhause.

Das EAN wird nicht nur die aktuellen, sondern auch die zukünftigen Anforderungen von Fluggästen für den Internetzugang an Bord erfüllen können, denn das integrierte LTE-Bodennetz ist hochgradig skalierbar, um den wachsenden Bandbreitenbedarf kommender Jahre abzudecken.

Die integrierte EAN-Bodennetzkomponente besteht aus rund 300 LTE-Basisstationen in den 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie der Schweiz und Norwegen.

Die integrierte EAN-Bodennetzkomponente besteht aus rund 300 LTE-Basisstationen in den 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie der Schweiz und Norwegen.

Neue Spielregeln im Luftfahrtsektor
Das European Aviation Network wird Fluglinien schon in der ersten Jahreshälfte 2018 kommerziell zur Verfügung gestellt und wird sowohl für die Fluggesellschaften als auch für deren Kunden eine bahnbrechende Neuerung sein. Der Service wurde auf vielen Flügen geprüft, um die integrierte Funktion von Satelliten- und LTE-Bodennetz zu testen. Die Testflüge haben bestätigt, dass das EAN seine konzipierte Leistung auch in der Praxis erzielt und sich durch unvergleichbar niedrige Latenz (unter 100 ms) auszeichnet.

Fluglinien können die kompakte und leichtgewichtige EAN-Technik schnell und einfach installieren. Für einzelne Flugzeuge genügt eine nächtliche Flugpause, ganze Flotten lassen sich in wenigen Monaten ausrüsten.

Die International Airlines Group (IAG), in der Fluggesellschaften wie British Airways, Iberia, Aer Lingus und Vueling organisiert sind, ist der erste Kunde für den neuen Service und hat bereits mit der Flugzeuginstallation der EAN-Komponenten begonnen.

„Mit der Fertigstellung des ersten europaweit integrierten LTE-basierten Bodennetzes sind wir in der Lage, die EAN-Satellitenanbindung voll zu unterstützen und die Leistung des EAN-Systems zu optimieren“, erläutert Rolf Nafziger, Senior Vice President des International Wholesale Business bei der Deutschen Telekom. „Das Netz wurde gezielt für die künftigen Konnektivitätsanforderungen im europäischen Luftraum entwickelt, wo sich die Passagierzahlen innerhalb der nächsten 15 Jahre verdoppeln sollen.“

Das EAN ist die weltweit erste speziell für die Luftfahrt entwickelte Konnektivitätslösung, die Komponenten aus dem Weltraum und Bodenkomponenten effektiv kombiniert und so die bisherigen Einschränkungen der Internetnutzung an Bord aufhebt“, so Frederik van Essen, Senior Vice President von Inmarsat Aviation. „Eine Internetanbindung in der Luft anzubieten, ist ein anspruchsvolles Unterfangen, das wir nur innerhalb der strategischen Kooperation mit unseren europäischen Partnern meisten konnten.“

Das Bodennetz von EAN unterscheidet sich stark von "normalen" LTE-Netzen: Es kann mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 km / h und in Höhen von 10 km arbeiten, um die Flugzeuge über dem Boden zu erreichen.

Das Bodennetz von EAN unterscheidet sich stark von „normalen“ LTE-Netzen: Es kann mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 km / h und in Höhen von 10 km arbeiten, um die Flugzeuge über dem Boden zu erreichen.

„Für das EAN Bodennetz gelten ganz andere Anforderungen als für gewöhnliche LTE-Netze: Die Verbindung soll bei bis zu 1.200 km/h in 10 km Höhe funktionieren, und die Funkzellen müssen bis zu 150 km groß sein“, erklärt Thorsten Robrecht, Vice President Vertical Network Slices von Nokia. „Unser gemeinsames Projekt durchbricht die technologischen Barrieren zwischen Boden- und Luftraumkonnektivität.“

Weitere Informationen zum European Aviation Network unter www.europeanaviationnetwork.com.

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Sie ist Pressesprecherin von T-Mobile Austria und Hauptredakteurin des 0676 Blogs. Sie interessiert sich seit der Jugend für Telekommunikation, Technologie und Mobilfunk.

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