Kunst meets Digitalisierung

05. Februar 2018 /

Smartphones und Tablets haben eine völlig neue Generation an Künstlern hervorgebracht – egal ob Beatproduzent am iPad oder digitaler Tattooartist, Smartists präsentiert von T-Mobile zeigt, was mit Kreativität und einem Touchscreen alles möglich ist.


Das Designduo Atelier Kamp verbindet qualitatives Know-How mit innovativen Ideen. Die Arbeiten von Nora & Florian Kampelmuehler reichen von Grafikdesign über konzeptionelle Beratung bis hin zur einer Sneaker-Kollaboration. Mit dem Tablet bewaffnet lassen sie sich von ihrer Umwelt inspirieren und schaffen so Designs mit der Absicht, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Ihr arbeitet seit 2015 nicht nur privat eng miteinander zusammen. Wie kann man sich die kreative Arbeitsaufteilung vorstellen?
Hierarchie gibt es bei uns keine. Es kommt auf das Projekt an. Also die Sneaker-Geschichte ist auf jeden Fall eher auf Flo’s Mist gewachsen. Da unterstütze ich ihn mit meiner Kompetenz und er ist halt der Sneaker-Spezialist. Er hat auch die Sneaker-Illustrationen gemacht und ich kümmere mich dann eher um Farben, Typographie, Materialien und um die Verpackung. Wir tauschen uns permanent aus und geben uns gegenseitig Feedback und entwickeln viele Ideen gemeinsam. Umgesetzt wird es dann immer von einem von uns beiden.

Wie lässt sich auch Arbeit genau definieren?
Wir arbeiten sehr viel an Konzeptideen, die wir dann mit Kunden umsetzen. Wir spinnen eigentlich permanent rum, was man alles so machen könnte. Wir sind sehr detailverliebt und meist steigern wir uns, im positiven Sinn, in unsere Ideen hinein. Das Spektrum zieht sich da über Schaufenstergestaltung, Visual Merchandising, ganz normales Grafikdesign, Logo-Design bis hin zur Entwicklung einer Corporate Identity für Kunden.

In Smartists sehen wir euch an einem Sneaker arbeiten. Wie ist diese Art von Arbeit zustande gekommen?
Der Silberpfeil ist eine Zusammenarbeit mit einer Berliner Sneakermarke, SONRA, die in Kleinstauflagen in Deutschland produziert. Wir haben uns an dem alten Design der Wiener U-Bahn orientiert und die einzelnen Elemente des Wagons, die Farben, die Stromschiene, die Sitzmuster und das Innendesign auf diesem Schuh umgesetzt.

Wie kann man sich den Arbeitsablauf bei so einem Projekt vorstellen?
Vom Ablauf ist es so, dass wir gewusst haben wir wollen die Wiener U-Bahn auf einen Schuh umsetzen. Wir haben uns dann einfach mal die Wagons des Zuges angeschaut und die einzelnen Elemente aufgeschlüsselt und dadurch quasi ein Farbschema entwickelt. Dieses haben wir dann auf das Sneakermodell übertragen. Ein Element repräsentiert den Wagon, ein Element ist die Stromschiene. Das Innenfutter ist orange, so wie die U-Bahn von innen orange ist. Zudem hat die Innensohle das Muster von den Sitzbezügen in der Bahn. Es gibt verschiedene Designelemente, die beim Zug verwenden wurden, die wir genauso auch auf den Schuh angewandt haben. Nachdem wir uns für einen Farbweg entschieden haben, wird ein Sample gemacht, das wir dann wirklich in den Händen halten. Wir prüfen die Materialien und die Farbwirkung des Sneakers. Allfällige Änderungen setzen wir digital um und geben dem Hersteller Feedback. Es wird so lange gesampelt, bis alle mit dem Ergebnis zufrieden sind. Wenn das Sample perfekt ist, geht der Schuh in die Produktion.

Was bedeutet die heutige technische Entwicklung für eure Arbeit?
Ich kann eigentlich, egal wo ich bin, immer mit meinem iPad kreieren, es wieder verwerfen, verändern, liegen lassen und es auch wieder aufnehmen und weiterarbeiten. Das macht die Arbeit deutlich einfacher als zum Beispiel alle Arbeitsschritte analog auszuführen. Auch wenn wir das Analoge sehr lieben, dominiert momentan doch die digitale Arbeit bei uns. Sie ist sehr direkt, sehr unmittelbar. Man braucht kein zusätzliches Material, sondern nur das Tablet aufladen schon geht’s los. Und wir spielen dadurch sehr viel rum. Ideen, die wir haben, skizzieren wir schnell. Wir verwerfen Dinge oder wir bauen sie aus, ohne dafür besonders viel Material verbrauchen zu müssen. Die Arbeit ist einfach direkter. Und ich habe das Gefühl, dass wir eigentlich sehr viel mehr ausprobieren und facettenreicher arbeiten, seitdem wir viel digital illustrieren. Man hat einfach weniger Hemmung, Dinge schnell auszuprobieren. Das ist einfach das Schöne am digitalen Arbeiten.

Woher holt ihr euch die Inspiration für eure Ideen?
Inspiration liegt quasi auf der Straße und wir finden sie überall in unserer Umwelt. Wir gehen mit offenen Augen durchs Leben und lieben es Details zu entdecken. Wien ist da natürlich ein ganz besonderes Pflaster, voller Kunst und Geschichte. Aber auch die Natur, Musik und die kreative Arbeit anderer Künstler geben immer wieder Impulse – und so entstehen neue Ideen.

Musik: „Voyage Normal – Wrangler“ von Wolfgang Möstl a.k.a. Mile Me Deaf


Peter Jeidler alias P.Tah ist Rapper aus Leidenschaft. Seine Beat-Skizzen baut er dabei überall dort, wo er gerade etwas Zeit findet und zwar direkt auf seinem Smartphone. Für Smartists hat er uns ein paar Fragen beantwortet.

Wie war das mit dem Rap? Wie bist du dazu gekommen?
Anfangs hatte ich keine Ambitionen HipHop zu machen. Ich habe mit PunkRock begonnen, dann war Dancehall und Jungle ganz stark. Ich bin dann schlussendlich durch die Culture zum HipHop gekommen. Die Entwicklung war da eigentlich verkehrt herum. Rap aus den USA hat mich extrem angesprochen und viel später kamen dann erst deutschsprachige Interpreten hinzu. Eher spät, so mit 18 Jahren habe ich dann ernsthaft begonnen, Texte zu schreiben und da war auch eigentlich klar, dass ich auf Deutsch rappe, weil alles andere wäre irgendwie komisch gewesen.

Was hat dich so fasziniert am Rap/HipHop?
An HipHop hat mich vor allem das Musikalische interessiert. Es ging mir nicht darum die große Lebensgeschichte zu erzählen oder die große Storytelling-Meisterschaft zu gewinnen. Es ging mir echt immer darum, cool im Takt zu „flown“ und Worte so zu setzen, dass sie für mich melodiös bzw. musikalisch klingen.

Beschreibe uns doch mal deinen Arbeitsprozess. Also wie arbeitest du, was ist deine Herangehensweise?
Am Anfang steht immer der Beat. Der Prozess beginnt oder fällt mit dem Beat. Sobald ich auf einen Rythmus oder auf eine Melodie etwas fühle oder eine Eingebung habe, dann steht fest, dass ich was mit dem Track mache. Und dann liegt er manchmal 3 Monate rum oder es passiert innerhalb eines Tages, dass ein Text entsteht.

Welche Thematiken behandelst du in deiner Musik? Wie lässt sich dein Themenschwerpunkt definieren? Wo würdest du dich einordnen als Künstler?
Inhaltlich geht es auf jeden Fall viel um das „Representen“, Es geht oft darum, einfach live ein gutes „Spitting“ rüberzubringen. Es sind durchaus auch so Battle-Themen und einfache „Representer“, wie man bei uns sagt. Außerdem geht es mir in meinen Texten darum politisch bzw. persönlich und gesellschaftlich zu reflektieren. Grundsätzlich halt einfach für eine liberale Gesellschaft, die für ein Miteinander steht, Aussagen zu treffen. Mal ist das mehr im Vordergrund, mal weniger. So reine Konzept-Songs gibt es bei mir nicht. Es geht halt echt darum, das zu schreiben, was ich fühle oder wie der Beat mir die Stimmung vorgibt.

Führ‘ uns doch mal durch einen produktiven Tag in deinem Leben.
Also ich sehe das Musikmachen nicht wirklich als Arbeit. Ich mache es wirklich aus Freude daran, mich kreativ auszudrücken und aus dem Interesse Rhythmik mit Melodien zu kombinieren.
Und dieser Arbeitsprozess ist total spontan und es freut mich eben, dass ich die Möglichkeit habe in der U-Bahn, am Weg in die Arbeit oder wo auch immer ich gerade warte, mein Handy zu zücken und was zu machen. Wenn etwas entsteht, was ich verwenden will, wird die Skizze vom Handy auf einen Laptop geladen bzw. digital übertragen. Dort kann ich weiterhin in einem Programm an dem Beat schrauben. Im Studio produziere ich den Track dann meistens zusammen mit meinem Produzenten Mirac aus. Wir gehen noch einmal über das Arrangement, weil ich einfach da noch jemanden brauche, der mich tontechnisch betreut. Einfach des Know-How’s wegen.

Du bist ja jetzt schon ziemlich lange dabei und hast den Übergang von analog auf digital miterlebt. Wie fühlt sich die Veränderung für dich und deine Arbeit an?
Das Aufnehmen hat sich durch die Digitalisierung nicht so stark verändert, aber die Verpflichtung sich selbst darzustellen und sich selbst zu vermarkten hat extrem zugenommen. Der Arbeitsprozess hat sich dahingehend verändert, dass ich sehr schnell zu guten Loops und Skizzen komme. Ich kann an meinem Smartphone produzieren. Und wenn ich Lust habe, gehe ich am nächsten Tag ins Studio und lasse das professionell mischen und schreibe meinen Text auf den entstandenen Track. Also durch die Geschwindigkeit und eben das unkomplizierte schnelle Arbeiten, lassen sich die Auswirkungen der Digitalisierung ganz gut beschreiben.

Musik: „Roller“ von Kinetical & P.Tah (to be released in Autumn 2018, Duzz Down San)


Emanuel Jesse ist Graffiti-Künstler und Designer, dessen Arbeiten unter anderem Sammlungen, Hotels und Einkaufszentren zieren, nicht nur die klassischen Brückenpfeiler. Seine Werke sind weltweit verteilt und erstrecken sich oftmals über mehrere Etagen. Zum Einsatz kommen bei ihm dabei weitaus mehr als nur Spraydosen.

Erzähl uns über deine Arbeit. Was machst du genau und mit welchen Medien arbeitest du?
Ich beschäftige ich mich hauptsächlich mit visueller Gestaltung – das geht von Wandgestaltung bis hin zu Grafikdesign und hat Einflüsse aus dem Graffiti, denn da liegen auch meine Wurzeln.
Die Medienwahl, also womit ich arbeite und auf welchen Untergründen, unterscheidet sich immer je nach Aufgabenstellung. Das kann wirklich alles von einer klassischen großformatigen Wandgestaltung mit Spraydose sein, aber auch zum Beispiel Gestaltung von Glasflächen, wo ich dann mit Klebefolien arbeite. Es ist eigentlich meistens so, dass der Ort die Wahl des Mediums vorgibt. Für mich ist es wichtig, dass ich mit verschiedenen Medien arbeite und nicht mich auf eines festlege. Das war bei mir von Anfang an ein Thema, eben nicht mit Scheuklappen durch die Welt zu laufen, sondern den eigenen Horizont zu erweitern. Ich denke, dass der größte Benefit meiner Arbeit darin besteht, dass ich nicht nur das Design mache, sondern auch die Umsetzung vor Ort. Und das ist mir persönlich auch wichtig, dass ich nicht nur am Computer arbeite, sondern auch vor Ort wirklich etwas gestalte, etwas erschaffe, das dann wirklich vom digitalen in die reale Welt übergeht.

Kann man sagen, dass du dein Hobby zum Beruf gemacht hast?
Ich bin eigentlich ganz glücklich, wie sich das alles entwickelt hat (lacht). Am Anfang waren das ganz klassische Graffiti. Natürlich eher als Hobby, das hat sich dann aber über die Jahre wirklich zum Job entwickelt. Die Professionalisierung kam sicherlich auch mit dem Studium. Grafikdesign war für mich eigentlich sehr naheliegend, weil ich dort die ersten Anknüpfungspunkte zur meinen Graffitis gesehen habe und ich auch schon vor dem Studium im Bereich Grafikdesign gearbeitet habe.

Wie sieht dein Arbeitsprozess aus, sind das immer die selben Arbeitsschritte?
Naja, der kreative Prozess ist schwierig zu analysieren, sogar für einen selbst (lacht). Es ist oftmals so, dass ich jetzt bei freien, eigenen Arbeiten wirklich auf den Graffiti-Style zurückgreife und damit beginne. Das ist bei Auftragsarbeiten natürlich nicht immer möglich oder auch passend. Im Grunde genommen arbeite ich aber fast ausschließlich mit Mixed-Media. Zum Beispiel, indem ich großformatige Arbeiten schaffe, diese dann mit dem Smartphone abfotografiere und das Ganze damit vom Analogen ins Digitale übertrage. Am Computer oder Tablet überarbeite ich diese Fotografien und abstrahiere sie soweit, dass ich sie wieder ins Analoge, in den Siebdruck, zurückführen kann. Am Siebdruck gefällt mir besonders, dass die Arbeiten sehr einfach zu vervielfältigen sind, der grafische und haptische Look& Feel aber erhalten bleibt, ganz anders als bei digitalem Druck.

Hat sich das mit der Digitalisierung verändert?
Die technische Entwicklung der letzten Jahre hat das Arbeiten sicherlich um einiges vereinfacht. Vielleicht nicht nur vereinfacht – es hat sie verändert, indem sie andere Dinge möglich gemacht und nahezu unendlich viele Optionen geschaffen hat. Allem voran steht für mich persönlich die Mobilität und, dass man mit dem Smartphone automatisch immer eine hochwertige Kamera direkt dabei hat. Ich kenne noch den Prozess von den Anfängen mit Analogfilm und Spiegelreflexkamera. Das war schon auch schön, aber unendlich langwierig. Nicht zuletzt ist durch neue Medien und Technik auch das, was man macht, weltweit sichtbar.

Abgesehen von der Kreativität und der Schaffung von Kunst, was macht deinen Job für dich zu etwas besonderem?
Das Schönste bei meiner Arbeit, das, was mir persönlich am meisten Spaß macht, war bereits seit meinen Anfängen das Reisen. Auch in andere Länder zu kommen, abseits vom klassischen Tourismus. Und ich bin wirklich glücklich, dass ich mit meinem Studio mittlerweile auch Aufträge im Ausland realisiere. Das geht dann teilweise von ganzen Hotels auf mehren Etagen— das war jetzt letztes Jahr in Budapest ein Projekt, oder auch in München, wo ich Innenräume gestaltet habe. Das ist dann auch schön, wenn man dieses Reisen und andere Orte entdecken mit Arbeit verknüpfen kann. Ein schöner Nebenaspekt ist auch, dass es viele Türen öffnen kann. Und egal wo man auf Reisen unterwegs ist, man lernt interessante Leute kennen, auf eine ganz andere Art, da man wirklich mehr mit den Locals zusammen ist. Das ist in Europa schon sehr spannend und natürlich dann in Sri Lanka oder Costa Rica nochmal etwas ganz anderes.

Würdest du sagen, dass du einen Stil hast, eine künstlerische Handschrift?
Ich glaube schon, dass mein Stil gewissen Wiedererkennungswert hat, obwohl ich mit verschiedensten Medien arbeite. Allerdings macht es für mich einen Unterschied, ob ich als Künstler selbständig arbeite oder bei einem Projekt als Designer angefragt werde. Bei Auftragsarbeiten muss meine Arbeit einfach auch vor Ort funktionieren und sich oftmals in ein bereits bestehendes großes Ganzes einfügen. Zudem gibt es meist gewisse Vorstellungen seitens der Auftraggeber, in welche Richtung die Gestaltung gehen soll, so etwas muss ich natürlich respektieren.
Je nach Aufgabenstellungen sind dann meine Arbeiten auch teilweise nicht so einfach wiedererkennbar. Für mich ist es aber weitaus wichtiger, dass mein Design vor Ort funktioniert und ein schlüssiges Gesamtbild ergibt. Und ich glaube, es würde mich ohnehin frustrieren, wenn ich immer dasselbe machen müsste.

Musik: „Voyage Normal – Ark“ von Wolfgang Möstl a.k.a. Mile Me Deaf


Daniela Leitner ist eine visuelle Künstlerin und Designerin und fokussiert sich in ihrer Arbeit auf unkonventionelle Materialien wie Papier, Holz oder Metall. Ihr visueller Ansatz allerdings lässt die Grenzen zwischen einer analogen und digitalen Welt verschwimmen. Frei nach dem Prinzip „Best of Both Worlds“, erschafft sie in liebevoller Detailarbeit Geschichten, die visuell und thematisch ihresgleichen suchen. Wir haben uns für „Smartists“ mit ihr getroffen und mit ihr über ihren Arbeitsprozess, ihre Inspiration und vor allem ihre Motivation gesprochen.

Kannst du uns mal deine Arbeit beschreiben, also was machst du genau?
Ich arbeite an der Schnittstelle zwischen analog und digital und versuche, analogen Charme mit der Effizienz von digitalen Medien zu verbinden. Das Endprodukt reicht von 3D gescannten Skulpturen bis hin zu Animationsfilmen oder Illustrationen, also die ganze Bandbreite.

Wie sieht das Endprodukt aus? Also mit welchen Stoffen arbeitest du und wie werden die anschließend digitalisiert?
Ich bediene mich einer flexiblen Pre-Production, 3D-Models oder digitale Sketches, um diese dann anschließend analog weiterzuverarbeiten. Ob das jetzt Metall ist oder Holz oder Papier, ist dann nebensächlich. Nach der analogen Ausarbeitung wird Foto, Videomaterial oder auch dem 3D Scan meist wieder digital der letzte Schliff verpasst und das finale Produkt erstellt.

Wie bist du auf die Idee gekommen, mit Papier zu arbeiten? Das ist ja eigentlich kein klassischer Arbeitsprozess im Grafikdesign bzw. in der Werbung.
Ich habe Grafik und Werbung an der Angewandten studiert und der Kern eines Animationsfilms ist ja immer die Geschichte. Gerade in der Werbung lernen wir, vieles zu hinterfragen, eine klare Aussage und Pointe zu generieren und ein Produkt durch Geschichten zu verkaufen.

Der Papierweg deshalb, weil ich meine Tools und Fähigkeiten, die mir damals zur Verfügung standen, genommen habe und damit versucht habe, einen kurzen Animationsfilm zu entwickeln, der einen einzigartigen Stil aufweist, den es so noch nicht gegeben hat.

Wieviel Zeit hat die Produktion in Anspruch genommen und wie viele Leute haben schlussendlich an dem Film gearbeitet?
Den gesamten Film zu produzieren – von Storyboard bis zur finalen Post-Production – hat insgesamt ca. 3 Jahre gedauert. Begonnen habe ich alleine, aber dann konnte ich zum Glück Musiker, Animatoren, Sounddesigner und andere Künstler für das Abenteuer begeistern. Insgesamt waren es dann ungefähr 12 Leute, ohne den ganzen Support einzurechnen, also Leute, die einem Kameras geborgt haben, Lichter und Equipment etc.

Wie gehst du an so ein Projekt heran?
Von der Kernidee ausgehend, alles in ein paar knappen Sätzen niederzuschreiben, also die Handlung zu definieren. Anschließend entwickle ich dann ein erstes Storyboard, um dieses als Animatic schon einmal in einen Film zu schneiden. Danach werden die Szenen im Detail illustriert, analog geschnitten und in diesem Papier-Schichtaufbau geklebt. Als nächstes werden die Figuren in dem richtigen Winkel bzw. Licht wieder abfotografiert, anschließend am Computer freigestellt, animiert und digital koloriert. Zu guter Letzt noch die Musik und am Ende kommt dann der Film heraus (lacht).

Was bedeutet das Tablet dabei für dich und deine Arbeit?
Das Tablet hat den Vorteil, dass ich es wie ein Skizzenbuch verwenden kann und einfach überall mit hinnehmen kann. Außerdem hat es den Vorteil, dass ich in meinem digitalen Workflow bleiben kann, um meine Erzeugnisse direkt am Computer weiterzuverarbeiten.

Woher nimmst du deine Inspiration und warum nimmst du die ganze Mühe auf dich?
Ich hatte eigentlich immer schon den Drang Geschichten zu erzählen, egal ob das durch eine Graphic Novel, einen Animationsfilm oder eine Skulptur geschieht. In meinem Fall geht es in der Geschichte viel um Tanz, Dynamik und eine Handlung, die sich ins Surreale steigert, deshalb war ein Animationsfilm die ideale Lösung. Meine Inspiration hole ich mir aus der realen Welt und das Spannende daran ist, Dinge und Personen auf ihre Essenz zu vereinfachen und zu abstrahieren. Mir wird auch oft gesagt, dass meine Figuren sehr große Ähnlichkeit mit meinen Großeltern haben, die ich jetzt nicht direkt als Referenz genommen habe, aber es ist nett zu sehen, dass man doch meistens auf sein eigenes Umfeld zurückgreift. Der Film war eigentlich der Startschuss mein Konzept, also die Verbindung von analoger Ästhetik und digitalen Vorteilen, zu etablieren. Und ja, das hat schon so einiges ins Rollen gebracht und sehr schöne Folgeprojekte nach sich gezogen.

Musik: „Voyage Normal – Laservision“ von Wolfgang Möstl a.k.a. Mile Me Deaf


Ulrich Hueber ist Tätowierer aus Leidenschaft. Im Black Hand Social Club tätowiert er fast alle Stilrichtungen. Er arbeitet allerdings nicht nur mit seiner Tätowiermaschine, sondern auch viel mit dem Tablet. Warum das so ist, erfährst du hier:

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
„Ich tätowiere eigentlich so ziemlich alle Stile. Ich versuche in erster Linie aus allem das Beste zu machen. Ein Tätowierer zu sein ist leicht. Ein guter Tätowierer zu sein, der die Ideen der Menschen ästhetisch umsetzen kann, ist da schon schwieriger. In meiner Arbeit ist es ganz praktisch, zeitlos zu bleiben. Das Rad ist halt erfunden und das besteht nun eben aus einer schwarzen Linie. Darauf baue ich generell meine Designs auf. Das heißt jetzt nicht, dass sie einfach und banal sein müssen, sondern sie können natürlich so integriert und detailliert sein, wie nur möglich, solange es das Medium Haut zulässt. Wichtig ist einfach, dass es in zehn Jahren noch gut ausschaut und dann habe ich einen guten Job gemacht. Ich würde mich als Allrounder bezeichnen. Ich wurde damals einfach ins kalte Wasser gestoßen und habe 5 Jahre lang in Streetshops in Irland gearbeitet. Aber wenn ich über die Jahre hinweg zurückblicke, ist das, was mich am meisten fasziniert, die Linien und das richtige Schwarz. Etwas mit vielen Details auszuschmücken ist für mich viel banaler und leichter als etwas aufs Wesentliche zu reduzieren und es trotzdem ästhetisch wirken zu lassen.“

Wie hast du mit dem Tätowieren angefangen?
„Angefangen hat bei mir eigentlich alles sehr früh. Ich wusste eigentlich von Anfang an, dass ich gut zeichnen kann und wollte dementsprechend meine Fähigkeiten auch in meinen Beruf einfließen lassen. Daraufhin habe ich ein Diplom in Graphikdesign gemacht aber ziemlich schnell gemerkt, dass die Praxis nicht dem entspricht, was ich mir so vorgestellt hatte. Ich habe mich immer weiter von mir selbst entfernt und habe gemerkt: Das bin nicht ich! Dann habe ich meinen Eltern zum Trotz beschlossen, Tätowierer zu werden. Da konnte ich dann meine Totenköpfe zeichnen und mich einfach selbst verwirklichen (lacht).“

Wie hast du dann gelernt wirklich gut zu werden?
„Ich habe mir dann von meinem letzten Geld eine Tätowiermaschine gekauft und losgelegt. Das waren wilde Zeiten damals. Ausprobiert habe ich mich erstmal an meinem Oberschenkel (lacht). Ich habe mir dann einfach einen alten Van gekauft und mit Solarzellen am Dach und bin mal durch Europa getuckert um Menschen zu finden, die sich von mir tätowieren lassen. Ich bin dann irgendwie in Irland hängen geblieben und da habe ich das Handwerk dann wirklich gelernt. Tätowieren ist am Anfang echt vereinnahmend, also es kostet dich wirklich alles. Du wachst morgens mit Tattoo-Magazinen auf und gehst abends mit Ihnen schlafen und so lernst du mit der Zeit. Die Ausbildung als Tätowierer ist sehr wichtig. Man muss die Bewegungsabläufe richtig lernen. Ich sage immer, wenn du eine Bewegung 2000 mal gemacht hast, kannst du sie wirklich. Je mehr Routine reinkommt, desto besser werden die Tattoos.“

Tablet und Tattoo sind zwei Dinge, die auf den ersten Blick erstmal nicht so gut zueinander passen. Was bedeutet diese Art von Technik für dich?
„Wenn man ehrlich ist, kann man es sich heutzutage eigentlich gar nicht mehr erlauben, schlechte Tattoos zu stechen. Die Mittel sind alle da. Früher musstest du dir alle Designs aus Büchern suchen, heute kannst du einfach „googeln“. Seitdem es Tablets wie das iPad Pro gibt, hat sich das Tätowieren enorm entwickelt und zwar im positiven Sinne. Von 3D Referenzprogrammen, die man verwenden kann, über die Bilderflut im Internet. Mit Symmetrieachsen und „Layern“ zu arbeiten erleichtert die Arbeit schon extrem. Ich kann einfach viel detaillierter und sauberer arbeiten. Außerdem habe ich viel mehr Möglichkeiten, eine saubere Vorlage zu erzeugen und die noch zu editieren. In der Arbeitsweise ist das Tablet einfach irrsinnig angenehm. Es spart Zeit. Die Kunden kommen zu mir ins Studio mit gewissen Vorstellungen und ich kann direkt skizzieren, Referenzen zeigen und mit ihnen gemeinsam ihre Idee verwirklichen. Zur Not benutze ich das Tablet auch manchmal zum Abpausen, um Papier zu sparen (lacht).“

Was bedeutet Social Media heutzutage für dich und deine Arbeit?
„Social Media ist heutzutage alles. Du musst dich als Tätowierer gut verkaufen können und die Sozialen Netzwerke bieten mit ihrer Bildsprache einfach eine sehr gute Plattform, um das zu tun. Gerade um ein junges Publikum zu erreichen ist es enorm wichtig. Und dazu kommt natürlich diese Selbstinszenierung. Das ist dann eigentlich nicht so meins, aber naja muss man halt durch (lacht).“

Würdest du angehenden Tätowierern gerne noch etwas mit auf den Weg geben?
„Ich sage immer, beim Tätowieren ist es wie bei Spiderman: Aus großer Kraft folgt große Verantwortung (lacht).“

Musik: „Sahara“ von Wolfgang Möstl a.k.a. Mile Me Deaf


Wolfgang Möstl ist Musiker durch und durch. Er produziert für Musikgrößen wie Nino aus Wien oder Voodoo Jürgens. Außerdem sorgt er seit 2011 mit seiner Band Mile Me Deaf für Furore in der österreichischen Pop-Szene.
Wolfgang findet seine Sounds auf etwas unkonventionelle Art und Weise. Er überträgt analoge Klänge von alten Kassetten oder seinen „Fieldrecordings“ mit Hilfe seines Tablets in die digitale Welt und schafft so Sounds, die einzigartig sind. Ein echter Smartist eben. Uns gewährt er einen kleinen Einblick in seine Arbeit.

Wolfgang, wie bist du zur Musik gekommen?
„Ich bin eher durch Zufall zur Musik gekommen. Seit ich mich erinnern kann, haben wir diese VHS Kamera. Ich glaube mein Vater hat die 1987 gekauft. Ich hatte dann den Plan, mit meinem Nachbarn einen Episodenfilm über meine Heimatstadt Weiz zu drehen. In dem Film sollte dann auch eine Band vorkommen, die wurde mit der Zeit viel wichtiger. Und auf einmal hatte ich eine Band (lacht). Und von da an hat sich dann alles entwickelt.“

Wo siehst du den Unterschied in der Arbeitsweise zwischen Film und Musik?
„Naja, eigentlich geht es um den technischen Aspekt. Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich mit dem Equipment, das ich zum Filmen zur Verfügung hatte, nichts Gescheites produzieren konnte. Beim Musik machen war es halt einfach eine E-Gitarre und ein Verstärker und das war’s. Ich hab mich gleich irgendwie mit diesem unmittelbaren Zugang viel wohler gefühlt. Es ist einfach sehr viel spontaner. Außerdem kann ich mich über Töne leichter ausdrücken. Ich bin vielleicht eher ein akustischer Mensch als ein visueller.“

Für Smartists waren wir mit dir ein bisschen auf Klangsuche. Was hast du da genau gemacht?
„Wir haben Leerstände besucht und ich habe mit dem Raum gearbeitet. Also ich habe versucht, mit dem Hall und den Gegenständen vor Ort Klänge zu erzeugen. Das klingt jetzt vielleicht sehr nach Science Fiction, aber gerade in
Zeiten, in denen es Programme gibt, die durch künstliche Intelligenz Songs für einen schreiben können, finde ich so etwas beim Musik machen sehr wichtig. Einfach aus „random Trash“, den man irgendwo findet, Lärm zu machen und das einzuweben in eine synthetische Produktion.“

Was hat dich so fasziniert an den Klängen, die du gefunden hast?
„Also mich hat extrem fasziniert, dass man mit so einfachen Mitteln wie einer Bluetooth-Box und einem Mikrofon am Tablet echt einen richtigen coolen Raumklang erzeugen kann. Also das hat mich schon sehr geflasht. Man hat halt heutzutage irgendwie alle Möglichkeiten, die man sich nur vorstellen kann. Man kann sich softwaretechnisch alles besorgen und alle Sounds irgendwie nachbauen. Wenn man dann aber rausgeht, in die wirkliche Welt, mit Drumsticks irgendwo herum hämmert und einfach mit dem arbeitet, was gerade zur Verfügung steht, finde ich das schon sehr spannend.“

Was ist für dich das besondere daran, mit dem Tablet zu arbeiten?
„Ich arbeite mit einem Tablet, weil ich schon immer fasziniert war von der Möglichkeit, komplett mobil irgendwo etwas aufzunehmen und wirklich an einem Song oder einem Sound zu arbeiten. Ich habe früher oft mit Minidisk aufgenommen und das hat mir ziemlich gefallen. Das war damals eine ziemliche Offenbarung (lacht). Das Tablet ist mit seinem Touchscreen und seiner Mobilität einfach am unkompliziertesten, ja unmittelbarsten. Wenn ich im Bus sitze oder im Zug und mir ist langweilig, kann ich einen Song halt einfach komplett am Tablet fertig basteln. Und wenn nicht, mache ich es halt zuhause am Computer. Die Möglichkeit gibt es halt heutzutage, dass ich meine Songs komplett mobil unabhängig von einer Steckdose bearbeiten kann.“

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?
„Ich habe immer so ein bisschen einen „psychedelic“ Zugang gehabt. Psychedelic Rock, Noise Rock. Dieses „trippige“ hat mich immer fasziniert und ist immer noch ein relativ wichtiges Element in meiner Musik. Ich würde mich aber nie auf eine bestimmte Musikrichtung festlegen. Ich habe gerade viel Spaß daran, ein bisschen mehr mir HipHop-Beats und Synths zu arbeiten. Also zurzeit ist es das, aber wer weiß? Nächstes Jahr ist es vielleicht ganz was anderes.“

Was bedeutet die heutige Zeit deiner Meinung nach für den Beruf des Musikers an sich?
„Ich habe in der Zeit angefangen Musik zu machen, als man schon Mp3’s laden konnte. Also ich bin schon mit der Digitalisierung aufgewachsen. Ich kenne es eigentlich auch nicht anders, außer von Erzählungen anderer. Heutzutage kann man sich halt einfach leicht vermarkten und hat einen direkten Zugang zu den Leuten, die die Musik interessiert. Und man kann leicht eine Fanbase aufbauen, gleichzeitig macht es das Ganze auch sehr schwierig, weil es halt jeder machen kann. Einerseits super, andererseits schwierig. Musik machen geht heutzutage nicht mehr nur mit „man geht in den Proberaum, setzt sich hin, schreibt ein paar Songs und das war’s dann“. Da gehört halt einfach sehr viel mehr dazu heutzutage.“

Kommen wir zur letzten Frage. Was bedeutet Musik für dich und was sind deine Zukunftspläne?
„Musik ist für mich mein Zugang zur Wahrheit des Universums (lacht). Für die Zukunft habe ich irgendwie keinen Plan. Ich habe damals mit zwölf schon den Plan gefasst, dass ich einfach für immer das mache, was ich mache. Und ich weiche auch lustigerweise nicht ab von diesem Plan (lacht).“

Musik: „Kitsch“ von Wolfgang Möstl a.k.a. Mile Me Deaf

Verfasst von
Als Social Media Managerin ist Nora Perner seit Mai 2018 für sämtliche Kanäle (Facebook,Twitter & Co.) der T-Mobile Austria verantwortlich.

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