Auf Besuch in Tel Aviv, das zweite Silicon Valley

22. Oktober 2017 /

Wir sind von 22. bis 24. Oktober 2017 in Tel Aviv,  dem zweiten Silicon Valley und eines der weltweit führenden Zentren für die Innovations- und Startup-Förderung. Wir berichten live aus Israel auf Instagram (Instastory) und auch im 0676 Blog über die besuchten Startups.

Warum sind wir hier?
In den letzten Jahren hat sich in Israel eine lebhafte Gründerszene mit über 5.000 Startups entwickelt. Sie basiert auf einem robusten Ökosystem aus Investoren, Existenzgründern und multinationalen Unternehmen. Darüber hinaus gibt es eine umfassende staatliche Förderung von Innovation, sowie von Forschung und Entwicklung. Die meisten multinationalen Unternehmen und alle globalen Telekommunikationsbetreiber sind mit eigenen Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen vor Ort vertreten und über Investitionen und Partneraktivitäten in Israel tätig.

Allgemeine Zahlen zu Israel:

  • Tel Aviv im globalen Index für Startup-Ökosysteme auf Platz zwei (Quelle: Startup Ecosystem Report 2012)
  • Über 5.000 Startups (Quelle: Startup Nation Central)
  • Mehr als 1.000 neue Startups jährlich (Quelle: israelisches Wirtschaftsministerium)
  • Über 250 internationale Unternehmen sind mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in Israel vertreten. Apple eröffnete in Tel Aviv sein erstes Forschungszentrum außerhalb der USA.
  • Technologische Exits in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar
  • Fast vier Prozent des Bruttoinlandproduktes werden in die Forschung investiert. Das ist der höchste Wert weltweit vor Finnland und Schweden. USA rangieren mit 2,8 Prozent auf Platz acht. (Quelle: Weltbank 2012)
  • Israelische Anti-Viren-Software befindet sich auf fünf von sechs Computern weltweit (Quelle: israelisches Wirtschaftsministerium)
  • Im ersten Halbjahr 2017 haben israelische Startups 2,17 Milliarden Dollar in insgesamt 168 Finanzierungsrunden eingenommen.

Trends:

  • Cybersicherheit: Die zunehmende Gefahr von Cyber-Bedrohungen und die steigende Anzahl zu schützender Plattformen sorgt dafür, dass Investoren weiterhin Geld in diesen Sektor stecken. Im ersten Halbjahr 2017 haben israelische Startups im Bereich Cybersicherheit 434 Millionen Dollar in 28 Finanzierungsrunden eingenommen.
    • Zwei recht Aufsehen erregende Exits im ersten Halbjahr 2017: LightCyber wurde von Palo Alto Networks für 130 Millionen Dollar gekauft und Hexadite ging für 100 Millionen Dollar an Microsoft.
  • Biowissenschaften: Dieser Sektor umfasst Marktsegmente wie Medizingeräte, Biotechnologie, Arzneimittel und die digitale Gesundheitsversorgung. Im ersten Halbjahr 2017 konnten israelische Startups aus dem Bereich der Biowissenschaften 473 Millionen Dollar in 37 Runden einnehmen.
  • Analytics: Die Unternehmen haben allmählich die Bedeutung von Datenanalysen bei der fundierten Entscheidungsfindung erkannt. Es gab einen beträchtlichen Anstieg bei den Fördermitteln, die in israelische Startups im Bereich Analytics geflossen sind. Diese Startups haben im ersten Halbjahr 2017 in 22 Finanzierungsrunden 355 Millionen Dollar erhalten, was einer Steigerung um 62 Prozent im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2016 entspricht.
  • Die größte Investitionsrunde in der ersten Jahreshälfte 2017 entfiel auf Houzz, eine auf die Umgestaltung von Wohnraum spezialisierte Plattform (mit Sitz im Silicon Valley, F&E in Israel), mit einem beeindruckenden Ergebnis von 400 Millionen Dollar . Die Investitionsrunde bringt die Bewertung von Houzz mit 4 Milliarden Dollar auf die „Einhorn“-Ebene.
  • Im März 2017 erwarb Intel, der weltgrößte Chiphersteller, für die sagenhafte Summe von 15 Milliarden Dollar das Unternehmen Mobileye, das autonome Fahrsysteme entwickelt. Mobileye betreibt ein Entwicklungszentrum in Jerusalem, das weltweit größte seiner Art im Bereich Bildverarbeitung.

Vielversprechende Bereiche:

  • Blockchain: 2013 überschritt der Gesamtwert aller Bitcoins in der Welt die Marke von einer Milliarde Dollar. Zu all der Aufregung um Bitcoin und Ethereum kommt noch die explosionsartige Entwicklung neuer Tokens und Initial Coin Offerings (ICOs). Diese Instrumente haben das Potenzial, VC-Finanzierungen und andere Geschäftsmodelle im Jahr 2017 aufzumischen.
  • IoT in der Industrie: Wir erleben gerade die nächste industrielle Revolution. Das industrielle IoT wird durch die Verknüpfung von industriellen Systemen und Infrastruktursystemen möglich, die bisher nicht mit der neuen vernetzten Welt interagieren konnten. Dadurch entsteht ein breites Spektrum an Funktionen, die bisher in der Ausführung wenig überzeugten.
  • Cyber-IoT: Der wachsende Trend zu Kauf und Entwicklung intelligenter Produkte (autonome Autos, smarte Assistenten etc.) birgt das Risiko, dass Hacker die Schwachstellen der Komponenten und Codes der einzelnen IoT-Geräte ausnutzen. Angesichts dieser neuen Schwachstellen entsteht Bedarf für spezielle technische Innovationen im Bereich der IoT-Cybersicherheit.
  • Agrartechnik: In einer Welt, die immer stärker unter Wasser- und Lebensmittelknappheit leidet, wächst das Interesse an Agrartechnik. Die Möglichkeit, Daten in Echtzeit zu sammeln, sie schnell zu analysieren und Erkenntnisse über den besten Umgang mit Ernte und Feldern zu gewinnen, bietet die Aussicht auf beträchtliche Einsparungen sowie bessere Entscheidungsprozesse und Produkte. Investoren sehen darin ein großes Kapital und beginnen, in diesen Bereich zu investieren.

Einige Fakten und Zahlen für 2017  mit Bezug zur Deutschen Telekom

  • Von 2006 bis 2016 investierte die Deutsche Telekom, Mutter von T-Mobile, knapp 50 Millionen Euro in die Zusammenarbeit mit der Ben-Gurion-Universität.
  • Das Institut der T-Labs war der Ausgangspunkt für den von Premierminister Benjamin Netanyahu eingeweihten Advanced Technology Park an der Ben Gurion University.
  • Die Deutsche Telekom ist mit 50 Mitarbeitern in Israel vertreten (die meisten bei T-Labs, die anderen für den Bereich Partnering, hub:raum und Venturing).
  • Seit 2012 wurden Hunderte potenzieller Partner geprüft –  über 220 allein im letzten Jahr.
  • Deutsche Telekom Capital Partner hat in sieben Unternehmen investiert (Fornova, Appsflyer, SafeBreach, Fireglass, MorphiSec, FreeD, Dynamic Yield).
  • hub:raum hat zwei Anschubfinanzierungen (Seed Investments) übernommen (Screemo, CiValue) und Unternehmen aus den Bereichen Sicherheit und IoT in Pilotprojekte und Prototypen-Programme der Deutschen Telekom eingebunden.
Verfasst von
Sie ist Pressesprecherin von T-Mobile Austria und Hauptredakteurin des 0676 Blogs. Sie interessiert sich seit der Jugend für Telekommunikation, Technologie und Mobilfunk.

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