Nachgefragt: Fairphone 2 im Test

24. März 2016 /

Ab heute, 24. März 2016, ist das erste nachhaltige Smartphone der Welt, das Fairphone 2, und erstmalig in Verbindung mit einem Mobilfunkvertrag in Österreich erhältlich. T-Mobile geht als erster österreichische Mobilfunkanbieter und einer der ersten Anbieter weltweit eine langfristige Partnerschaft mit dem niederländischen Sozialunternehmen Fairphone ein und bietet das Fairphone 2 treuen und neuen Kunden an. Weitere Details zum Angebot im Blog-Beitrag „Fairphone 2 exklusiv bei T-Mobile„.Wir haben den T-Mobile Endgeräte-Spezialisten Erich Trnka zu dem neuen Gerät befragt.

Wer oder was steckt hinter dem Fairphone?
Erich Trnka: Es liegen derzeit ca. 106 Millionen alte Geräte in den Schubladen der Leute herum. Mit Fairphone wird versucht einen Schritt in eine nachhaltigere, umweltbewusste und faire Richtung zu gehen. Das niederländische Unternehmen Fairphone ist ein Hersteller, der es sich zum Ziel genommen hat ein faires Smartphone zu produzieren. Mit dem Fairphone 2 haben sie ein Produkt geschaffen, mit dem man technologisch keine Abstriche machen muss. Aufgrund der Modularität lassen sich kaputte Teile leicht ersetzen und das Gerät sieht auch gut aus.

Wie ist dein erster Eindruck über das Fairphone?
Erich Trnka: Der erste Eindruck ist sehr gut. Bereits beim Auspacken konnte ich feststellen, dass die Verpackung aus recyclebaren Materialien ist. Es gibt kein inkludiertes Ladegerät, da man es mit den bereits bestehenden Micro-USB-Ladegeräten verwenden kann. So wird Elektroschrott deutlich verringert.

Wie unterscheidet es sich von anderen Smartphones?
Erich Trnka: Im Aussehen ist es eher schlicht gehalten, es sieht aus wie ein Gerät in einer Gummischutzhülle. Es ist mit keinem bereits bestehenden Modell und Design der uns bekannten Hersteller zu vergleichen. Technisch kann es mit anderen Geräten durchaus mithalten.

Welche technischen Spezifikationen sind besonders hervorzuheben?
Erich Trnka: Als erstes ist mir aufgefallen, dass das Fairphone 2 über 2 Sim Slots verfügt. Das Display mit 1080x 1920 Bildpunkten hat ein Gorilla Glass 3 mit 0.7 mm Stärke. Die LTE  Cat 4 Technologie, im  Downlink 150 Megabit pro Sekunde und im Uplink 50 Megabit pro Sekunde, wurde im Fairphone 2 ebenso integriert wie auch Bluetooth 4.0. Alle Module außer des Speichers und Prozessors können mit einigen Handgriffen einfach getauscht werden.

Wie flüssig läuft das Gerät in der Bedienung?
Erich Trnka: Die Geschwindigkeit ist ausreichend. Es wurden Komponenten verbaut, die bereits letztes Jahr bei höherwertigeren Modellen anderer Hersteller verwendet wurden. Der 32 GB große interne Speicher reicht sicher für Apps und Bildersammler aus. Sollte man mit dem Speicher nicht auskommen so gibt es noch die Möglichkeit das Gerät mit einer Micro-SD-Karte zu erweitern.

Wie funktioniert der Tausch von den Einzelteilen bzw. Ersatzteilen?
Erich Trnka: Das Gehäuse ist nicht verschweißt oder verschraubt. Die integrierten Komponenten sind nicht verklebt oder verlötet, dadurch ist es sehr einfach die Komponenten zu tauschen. Bei verschraubten Teilen wie zum Beispiel der Kamera, dem Mikrofons und dem Lautsprecher wurde darauf geachtet, dass keine Spezialschrauben verwendet werden. Hier kommt eine gewöhnliche Kreuzschraube zum Einsatz, der mittels Schraubenzieher ganz leicht aufgeschraubt werden kann und sich in fast jedem Nähmaschinenkisterl jeder Großmutter befindet.

Im Inneren des Gerätes sind verschiedene Inhalte aufgedruckt – wie eine Karte vom Kongo oder das Produktionsdatum des Displays. Warum?
Erich Trnka: Die versteckte Karte des Kongo hinter dem Display gibt Auskunft über die Herkunft der fair gehandelten Materialien wie Zinn und Tantal. Weiters sieht man das Produktionsdatum des Displays.

Das Gerät arbeitet mit einer abgewandelten Android-Software – worin liegen die Unterschiede?
Erich Trnka: Es ist nur eine leicht modifizierte Version von Android 5.1, die sich „Fairphone Onion 1.0“ nennt. Es sind viele Google Apps vorinstalliert wie zum Beispiel ein extra Dateimanager und ein IFixit Reperatur Community. Wenn man von der Seite in die Mitte des Displays wischt erscheint ein Favoriten-App Menü. Egal an welcher Höhe man das macht kommt man mit einem kurzen Wischer automatisch ins Hauptmenü.

Warum bringt T-Mobile das Gerät nach Österreich?
Erich Trnka: T-Mobile ist seit Anfang 2015 ein völlig CO2-neutrales Unternehmen. Das bedeutet, dass nicht nur das Netz CO2-neutral betrieben wird  – wie bei anderen Anbietern – sondern auch alle sonstigen Bereiche des Unternehmens wie Büros, Shops, Fuhrpark CO2-neutral sind. Um auch unseren Kunden einen nachhaltigen Lebensstil anbieten zu können bieten wir nun, neben den bekannten Smartphones großer Hersteller, auch das Fairphone an. Wir sind sehr stolz,  einer der ersten Anbieter weltweit das Fairphone anbieten zu können und die Bewegung hinter Fairphone zu unterstützen.

Wie ist deine Expertenmeinung zum Gerät?
Erich Trnka: Ich finde es ein gelungenes gutes Projekt und es zeigt, dass es Unternehmen gibt, die in eine andere Richtung gehen und die Wegwerfkultur und die Produktionsbedingungen verbessern wollen! Das Fairphone 2 ist durchaus ein tolles Gerät und ich würde mich sehr freuen, wenn mehrere Hersteller auf diesen Zug aufspringen.

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Sie ist Pressesprecherin von T-Mobile Austria und Hauptredakteurin des 0676 Blogs. Sie interessiert sich seit der Jugend für Telekommunikation, Technologie und Mobilfunk.

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5 Kommentare

  • Schade, dass das was hier an Nachhaltigkeit gefördert wird an anderer Stelle durch Tarifangebote in denen ein jährliches Geräteupgrade inkludiert ist, bei weitem zu Nichte gemacht wird – da nützt die CO2 Neutralität von T-Mobile leider nichts!

    • Barbara Holzbauer says:

      Hallo, ich verstehe dass das so rüberkommen kann aber das stimmt so nicht. Die angesprochene Option JUHU gibt Kunden die Freiheit nach 12 Monaten ein neues Gerät zu kaufen. Das machen einige Österreicherinnen und Österreicher auch – egal ob bei uns oder im freien Handel. Mit Juhu können sie es jetzt auch bei ihrem Mobilfunker tun und können ihr „altes“ Gerät eintauschen. Das heißt wir kaufen die Geräte zurück und führen sie so wieder in den Markt zurück. Diese Geräte werden durch den Rückkauf garantiert weiterverwendet und liegen nicht daheim rum. Außerdem sind all unsere Handys seit Herbst 2014 unversperrt und können so in der Familie/Freundeskreis oder dgl. weitergegeben werden.
      lg, Barbara Holzbauer

  • HR says:

    Hallo ist von T-Mobile geplant, das Fairphone auch in Deutschland anzubieten?

  • Dorit says:

    Cool waren die Österreicher wieder schneller, Kompliment.