dial: Deutsche Telekom steigt in den Markt für Wearables ein

23. Februar 2016 /

Im Rahmen der alljährlichen MWC-Abendveranstaltung für Mitarbeiter, Partner und Journalisten in Barcelona hat Deutsche Telekom CEO Timotheus Höttges eine exklusive Partnerschaft mit dem mehrfachen Grammy-Gewinner und Black Eyed Peas-Frontmann will.i.am und dessen Unternehmen i.am+ angekündigt. Im altehrwürdigen und an diesem Abend zum Bersten gefüllten Bartstheater überließ Höttges die Vorstellung aller Details zur Partnerschaft und dem Wearable namens dial dem Künstler.

Sichtlich stolz präsentierte will.i.am das Ergebnis von vier Jahren Entwicklungsarbeit. dial ist mit dem eigens entwickelten Betriebssystem VoiceOS und der Sprachsteuerungslösung AneedA ausgestattet. Das Gerät kombiniert die Funktionen von Smartwatch und Smartphone und funktioniert im Gegensatz zu den meisten am Markt befindlichen Werabales vollkommen autonom. Ein Smartphone zur Verbindung mit dial ist also nicht notwendig.

Das von will.i.am als „Smartphone am Handgelenk“ bezeichnete Gerät wird mit einer Nano-SIM-Karte bestückt und erhält eine eigene Telefonnummer. Besitzer des Geräts können aber auch ihre eigene Nummer behalten und sich entscheiden, ob sie mit dem Smartphone oder dem Wearable telefonieren, texten oder navigieren wollen.  Die Deutsche Telekom ist vom Erfolg des Geräts jedenfalls überzeugt: Über die eigene Investmentfirma DT Capital Partners ist das Unternehmen an i.am+ beteiligt.

Ein Plausch mit AneedA
Die Demonstration von dial vermochte durchaus zu beeindrucken. Vor allem die intelligente und kontextbezogene Suche über die Sprachsteuerung AneedA hat man in dieser Form noch nicht gesehen. Wird AneedA etwa über ihre Meinung zu Madonna befragt, antwortet sie nach kurzer Nachdenkphase, dass ihr die alten Songs besser gefallen als die Neueren. Mit dieser Meinung steht sie wohl nicht alleine. Ist man auf der Suche nach einem Dinnerlokal für ein Steak, erinnert das Gerät daran, dass noch nicht genug Kalorien verbrannt wurden, um sich spätabends eine Kalorienbombe einzuverleiben. Was klingt wie eine Spielerei ist aber durchaus auch für den Alltag geeignet: Flugdaten werden nach Aufforderung schnell angezeigt und die neuesten Nachrichten nach Angabe eines Schlagwortes vorgelesen.
i.am+ zufolge lernt das System auch sehr schnell, was dazu führt, dass die Suchergebnisse immer besser werden. Obwohl wenige Details über das technische Innenleben verlautbart wurden, dürfte dial auf dem neuesten Stand der Technik sein und verfügt über alle Sensoren, die User von einem Smartphone gewohnt sind. Die eingebaute Frontkamera eignet sich sehr gut für Selfies. Auch der Künstler selbst ist vom Erfolg von dial und der Partnerschaft mit der Deutschen Telekom überzeugt: „Gemeinsam werden wir eine neue Ära einleiten und beeinflussen, wie User künftig mit ihren Endgeräten interagieren.“

Preise und Verfügbarkeit in Österreich sind noch nicht bekannt, aber: Noch in diesem Jahr soll das Gerät in ausgewählten Märkten erhältlich sein.

Verfasst von
Christof Baumgartner ist freier IT-Journalist und Mitgründer der Content-Agentur kontexte.

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