Was 5G im Alltag bringt

22. Februar 2016 /

image5G, die fünfte Generation des mobilen Breitbands und Nachfolger von 4G (LTE), lockt beim Mobile World Congress an allen Ecken und Endes der endlosen Messehallen, ist vielzitiertes Schlagwort bei Experten- und CEO-Gesprächen. Die Deutsche Telekom, Eigentümerin von T-Mobile Austria, demonstriert an ihrem Stand zwei der zentralen Qualitäten von 5G: Enorme Übertragungsgeschwindigkeiten, der aktuell Weltrekord bei 70,1 Gigabit (das vielhundertfache derzeitiger LTE-Netze), und „Latenzzeiten“ von einer Millisekunde – die Wartezeit um Antwort von einem Server in der Cloud zu bekommen, die bei LTE 20 Millisekunden oder mehr beträgt.

Aber was bedeutet 5G für Mobilfunknutzer in der Praxis?
imageZunächst der Reality Check, wann die beschleunigte Datenübertragung tatsächlich auf unseren Handys, Tablets oder Mobilen Breitbandboxen im Wohnzimmer ankommen wird. 5G ist noch nicht standardisiert, und um diesen Standard wird zwischen den Herstellern wie Nokia, Ericsson, Huawei oder ZTE noch heftig gerungen. Ebenso wie die Betreiber daran massives Interesse haben, müssen sie doch bei der Installation und der Anwendung schließlich Vor- oder Nachteile der einen oder anderen Festlegung bezahlen. Zu erwarten ist, dass 5G tatsächlich aus den Labors in die Praxis entlassen wird. 10 Jahre nachdem in Innsbruck die erste Stadt Europas von T-Mobile mit kommerziellem LTE versorgt wurde. Dafür werden teils neue Stationen gebraucht, sowie in urbanen Räumen viele Mikrozellen, um die Netze zu verdichten und näher an ihre Nutzer heranzubringen.

Spielfilme in Sekunden herunterladen
Die enormen Verbindungsgeschwindigkeiten bedeuten, dass – gute Netzverbindung vorausgesetzt – hochauflösende Spielfilme in Sekunden herunter geladen werden können, was in einem LTE-Netz noch mehrere Minuten dauert. Für die meisten Nutzer wird die höhere Kapazität für Streaming immer aufwendigerer Videos oder Spiele relevanter als verkürzte Downloadzeiten sein. Filme und TV-Serien in 4K, auch Ultra-HD, genannt, brauchen höhere Leistung im Netz als HD. Zwar kann diese von LTE durchwegs bereit gestellt werden, wenn jedoch eine große Zahl von Personen in einem Haushalt (und damit einer Mobilfunkzelle) gleichzeitig verschiedene Videos anschauen oder Spiele in Real Time spielen kann die Kapazität leicht ihr Limit erreichen.

Das Internet der Dinge stellt hohe Anforderungen
Die andere Seite extrem hoher Geschwindigkeiten ist höhere Kapazität für niedrigere (aber immer noch schnelle) Verbindungen. In den nächsten Jahren und Jahrzehnt werden viele Millionen, eher Milliarden, an Geräten an Mobilfunknetze angeschlossen werden, von komplexen Maschinen wie selbstfahrendes Autos und Serviceroboter, bis zu Haushaltsgeräten, die zu ihrer Wartung und Steuerung durch ihre Benutzung, vernetzt werden, viele davon über das Mobilfunknetz. Viele dieser ans Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) angeschlossenen Geräte und Steuerungen brauchen nur wenig Daten, aber stellen hohe Anforderungen an Reaktionszeit und Verlässlichkeit.

Dieser andere große Nutzen von 5G, verkürzte Latenz- oder Reaktionszeiten, sind Voraussetzung für neue Anwendungen wie autonom fahrende Autos, oder die Steuerung von Industrieanlagen. Bei Autos, die rasch auf unvorhergesehene Situationen reagieren müssen, kann jede Millisekunde entscheidend sein um einen Unfall zu vermeiden oder zumindest Schäden an Menschen und Sachen zu verringern.

Verfasst von
Helmut Spudich ist Unternehmenssprecher der T-Mobile Austria, zuvor Wirtschafts- und Technologie-Redakteur bei Der Standard, Wien.

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