So werden Smartphones sicher

15. Februar 2016 /

Neben PCs und Notebooks sind auch Tablets und Smartphones nicht zuletzt wegen ihrer starken Verbreitung längst ins Visier von Hackern geraten. 2010 hat es weltweit noch rund 300 Millionen Smartphones gegeben, 2014 waren es schon 1,3 Milliarden. Der Netzwerkausrüster Ericsson schätzt, dass es bis 2020 weltweit mehr als sechs Milliarden solcher Geräte geben wird. In Österreich hat die Smartphone-Durchdringung laut dem aktuellen Mobile Communications Report bereits 86 Prozent erreicht. Ein breites und vor allem lukratives Betätigungsfeld für Hackerangriffe also.

Bis dato gibt es noch nicht so viel Malware für Smartphones und Tablets wie für PCs und Notebooks. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Plattformen. Während Windows im PC- und Notebookbereich einen Marktanteil von weit über 90 Prozent hat, gibt es im Smartphone-Bereich mit Android, iOS und Windows Phone gleich drei größere Plattformen. Android hat den höchsten Verbreitungsgrad, diese Geräte sind daher auch gegenwärtig im Fokus von Hackerattacken.

Checkliste gegen Angriffe
Der erste Schritt zum Schutz ist das Bewusstsein, dass es sich bei einem Smartphone um einen kleinen Computer handelt. Bei PCs und Notebooks ist es schon seit vielen Jahren gelebte Praxis, Tools wie Antivirenschutz oder eine Internet-Security-Software zu verwenden. Angebote für Smartphones aller Plattformen gibt es von den namhaften Security-Anbietern inzwischen genug. Darüber hinaus gibt es für User aber noch eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Smartphone vor Angriffen zu schützen. Das ist die Checkliste für jeden verantwortungsvollen Smartphone-Nutzer:

  • Updates installieren: In Updates werden neben allgemeinen Verbesserungen der Usability auch Sicherheitslücken geschlossen. Das Smartphone immer auf der aktuellsten Software-Version zu halten ist also unbedingt empfehlenswert.
  • Komplexe Passwörter verwenden: Passwörter sollten aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. In unterschiedlichen Benutzerkonten oder Plattformen sollten auch immer unterschiedliche Passwörter verwendet werden. Zur Erstellung gibt es auch verschiedene Hilfsprogramme als App.
  • WLAN und Bluetooth deaktivieren: WLAN und Bluetooth sollten immer ausgeschaltet werden, wenn sie nicht in Verwendung sind. Das erschwert den Zugriff auf das Smartphone erheblich und schont außerdem den Akku.
  • Verschlüsselung einsetzen: Daten, die auf dem Smartphone liegen, können mit einer Verschlüsselungssoftware versehen werden, die die Daten selbst bei einem Angriff für Hacker unbrauchbar macht. Beim Zugriff auf WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen empfiehlt sich ein VPN (Virtual Private Network). Ein solcher Dienst Dienst kostet nur ein paar Euro im Monat.
  • Vorsicht bei Textnachrichten: Textnachrichten, die nach persönlichen Daten fragen, sollten grundsätzlich nicht beantwortet werden. Selbst wenn der Absender vertrauenswürdig ist, sollten die Daten auf einem anderen Weg übermittelt werden.
  • Auf Jailbreak verzichten: Das Jailbreaken eines Smartphones mag zwar mehr Offenheit und Flexibilität ermöglichen, öffnet Hackern aber Tür und Tor. Jailbreaks hebeln nämlich auch Funktionen aus, die für die Sicherheit des Smartphones sorgen.
  • Nicht mit fremden PCs synchronisieren: Das Smartphone sollte nur mit vertrauenswürdigen PCs verbunden werden. Ende 2014 hat die Malware „Wireluker“ für Aufsehen gesorgt, die es auf iOS-Geräte abgesehen hatte. Für die Infizierung hat es ausgereicht, sich mit einem PC zu verbinden, auf dem sich der Trojaner versteckt hat.
  • Bildschirmsperre verwenden: Eigentlich logisch, aber nicht nur aus dem Internet droht Gefahr. Wer keine Bildschirmsperre verwendet und das Smartphone offen herum liegen lässt oder gar verliert, ermöglicht auch technisch ahnungslosen Personen den Zugriff auf alle Daten.

Wer diese acht Maßnahmen beachtet, kann guten Gewissens alle Funktionen und Annehmlichkeiten nutzen, die ein Smartphone mit sich bringt. Hundertprozentigen Schutz gibt es vermutlich nie, dafür ist die Cybercrime-Industrie zu groß und neue Malware entsteht fast täglich. Allein 2014 wurden in Österreich 8.966 Fälle von Cybercrime zur Anzeige gebracht. Weltweit wird mit Cybercrime mehr als 300 Milliarden Euro umgesetzt.

Gegen 99 Prozent aller möglichen Angriffe schützen die Tipps aber allemal. Und ein gutes Gefühl zu haben, weil alles in der Macht stehende getan wurde um das Smartphone vor Angriffen zu schützen, ist schließlich auch etwas wert.

Verfasst von
Alex Wolschann ist Mitbegründer der Content-Agentur kontexte und ehemaliger Chefredakteur der Computerwelt.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.