Neuverteilung von Mobilfunkfrequenz im 900 MHz-Band

27. Oktober 2015 /

Update 31. Oktober 2015
Die Umstellungen im 2G/GSM-Netz, im Band 900 MHz, sind bei allen drei Mobilfunkern (A1, T-Mobile inkl. tele.ring und Drei) erfolgreich beendet worden.

Bei der Frequenzauktion im Herbst 2013 sind die Frequenzen der drei Mobilfunkbetreiber neu verteilt worden. In der Nacht von 30. auf 31. Oktober 2015 (22 bis 6 Uhr) werden nun alle drei Mobilfunkbetreiber (A1, T-Mobile inkl. tele.ring und Drei) Umstellungen im 2G/GSM-Netz, im Band 900 MHz, vornehmen. Im Zuge dieser notwendigen Arbeiten kann es in diesem Zeitraum zu kurzen lokalen Beeinträchtigungen oder Unterbrechungen in der 2G/GSM-Versorgung bei allen Betreibern kommen. Es sind ausschließlich Kunden betroffen, die sich in Gebieten befinden, in denen nur ein 2G/GSM-Netz verfügbar ist bzw. jede Kunden, die ein reines 2G/GSM-Gerät verwenden. 3G und 4G/LTE sind davon nicht betroffen.

Wir wollen genau wissen worum es geht und haben Thomas Maier von der Abteilung Networks bei T-Mobile befragt.

Welche Frequenzen werden neu geordnet? Betrifft dies alle österreichischen Mobilfunkkunden?
Thomas Maier: Es werden bei dieser Umschaltung nur die Frequenzen im 900 MHZ-Band gewechselt, die wir seit 1996 genutzt haben. Ein Wechsel der Frequenzen innerhalb des T-Mobile-Bandes wird mehrmals pro Jahr, allerdings im kleineren Umfang, durchgeführt. Diesmal schalten alle drei Operatoren, A1, T-Mobile und Drei ihre GSM 900 MHz “gleichzeitig“ um.

Warum muss dies gemacht werden?
Thomas Maier: Der Wechsel der Frequenzen ist eine direkte Konsequenz aus dem Aktionsergebnis der Frequenzauktion vom Oktober 2013.
Die GSM-Lizenz aus dem Jahre 1996 endet mit 31. Dezember 2015. Spätesten zu diesem Zeitpunkt müssen wir in Abstimmung mit den anderen Operatoren auf das neue Spektrum wechseln. Da eine Umschaltung zu Silvester auszuschließen ist, hat man sich auf den 30. Oktober 2015 geeinigt. Halloween spielt dabei keine Rolle ;o)

Was passiert technisch bei der Neuordnung?
Thomas Maier: Aus technischer Sicht kommt es zu einer Einspielung einer sogenannten Datenbasis in das Live-Netz. Dabei werden Frequenzen, Parameter und Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Basisstationen in unserem GSM-Netz aktualisiert.

Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Umstellung?
Thomas Maier: Die Hauptherausforderung liegt darin, im vereinbarten Zeitfenster (22:00 – 06:00) das “alte“ Band zu räumen und einen stabilen Netzzustand im “neuen“ Band zu erreichen. Gelingt dies nicht, müssen alle drei Netze in den Grundzustand zurückfallen, da ansonsten alle drei GSM 900 Netze nur mehr eingeschränkt funktionieren.

Welche Beeinträchtigungen wird es für Kunden geben?
Thomas Maier: Diese Gleichzeitigkeit und der Wechsel der Frequenzbereiche zwischen den Operatoren macht die Durchführung schwieriger, da es zur kurzfristigen, gleichzeitigen Nutzung in verschiedenen Netzen (T-Mobile und Mitbewerber) kommen kann. Durch diese gegenseitigen Störungen – sogenannte Interferenzen-  kann es zu einer kurzen Beeinträchtigung der Verfügbarkeit bzw. Sprachqualität kommen.

Welche Vorteile hat dies für unsere Kunden?
Thomas Maier: Der Endkunde wird nach erfolgreicher Umschaltung keine Veränderung des Heimnetzes wahrnehmen. Mittelfristig stehen aber mehr Frequenzen zur Verfügung. Damit können wir mehr Kapazität und damit bessere Qualität anbieten.

Sind Notrufe möglich?
Thomas Maier: Notrufe werden zu jedem Zeitpunkt möglich sein.

Verfasst von
Sie ist Pressesprecherin von T-Mobile Austria und Hauptredakteurin des 0676 Blogs. Sie interessiert sich seit der Jugend für Telekommunikation, Technologie und Mobilfunk.

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