Ein erfülltes „Second Life“ für gebrauchte Handys

08. November 2014 /
Ein erfülltes „Second Life“ für gebrauchte Handys

Ein erfülltes „Second Life“ für gebrauchte Handys

Smartphones sind heutzutage nicht mehr aus dem alltäglichen Leben wegzudenken. Hersteller bringen in immer kürzeren Abständen neue Modelle auf den Markt, Benutzer wollen die neuen Möglichkeiten auch nutzen. Oft wandert darum das voll funktionsfähige gebrauchte Gerät in eine Schublade – nach Schätzungen von BITKOM gibt es in Deutschland mehr gebrauchte, ungenutzte Geräte als Einwohner.

Darum hat T-Mobile mit der Einführung von JUHU!, jährlich unkompliziert Handy upgraden, gleichzeitig dafür gesorgt, dass die gebrauchten Handys weiterhin ein nützliches zweites Leben führen können – oder im Fall dass sie kaputt sind, fachgerecht entsorgt werden. Dazu arbeitet der Mobilfunker mit dem für seine hohen Umweltstandards zertifizierten Partner Teqcycle Solutions GmbH zusammen. Gebrauchte Handys werden, ähnlich wie Gebraucht-PKWs, angekauft, aufbereitet und wieder in Umlauf gebracht. Dazu gehören auch höchst mögliche Sicherheitsstandards bei der Datenlöschung, damit persönliche Daten nicht in falsche Hände geraten können. Der unverbindliche Handywert kann zukünftig über die T-Mobile Handy-Ankaufs-App berechnet werden. 

Christopher Wütz von Teqcycle erklärte uns, welchen Weg die gebrauchten Geräte nach Rückgabe oder -kauf bei T-Mobile gehen.

Was passiert mit den zurückgegebenen Endgeräten?
Christopher Wütz: Alle Endgeräte werden erfasst und auf Funktionstüchtigkeit geprüft.

Bei den funktionsfähigen Geräten werden alle Daten des vorherigen Nutzers innerhalb Deutschlands sorgfältig und nach den neuesten Standards gelöscht. Danach werden sie am Weltmarkt verkauft und dort weitergenutzt. So kommen auch ältere Geräte wieder in die Nutzungskette und Ressourcen, die z.B. für die Herstellung neuer Handys nötig sind, werden geschont. Wir möchten eine möglichst hohe Rate an wiedereinsatzfähigen Geräten im Sinne des Second-Life-Gedankens erreichen, jedoch gehen nur funktionstüchtige und datengelöschte Geräte in den Weiterverkauf. Nur so kann Nachhaltigkeit gefördert und vermieden werden, dass Elektroschrott, also nicht funktionsfähige Geräte, auf illegalen Deponien landen.

Defekte Geräte werden innerhalb Europas mit modernen Verfahren fach- und umweltgerecht recycelt. Ein Großteil der in einem Mobiltelefon eingesetzten Materialien lassen sich somit ein weiteres Mal verwenden – als recycelte Metalle oder zur Energieerzeugung.

Wir kooperieren dazu mit renommierten Forschungseinrichtungen, die sich intensiv mit der Wiederaufbereitung und Verwertung befassen, um Verfahren weiterzuentwickeln. Wichtig ist, dass wir für Elektroschrott eine fach- und umweltgerecht stoffliche Verwertung innerhalb Europas sicherstellen und keinen Elektroschrott außerhalb Europas weiterverkaufen.

Wie genau funktioniert der Recycling-Prozess?
Christopher Wütz: Die derzeit effektivste Methode des Recyclings von Elektroaltgeräten, insbesondere von Mobiltelefonen, ist die Einschmelze. Diesem schmelztechnischen Verfahren vorgelagert ist ein der ersten Zerkleinerung dienender Schredder-Prozess, bei dem die einzelnen Komponenten voneinander getrennt werden, um eine effektivere Weiterverarbeitung gewährleisten zu können.

Die geschredderten Mobiltelefone werden anschließend in europäischen Schmelzen fach- und umweltgerecht recycelt. Nach der Einschmelze im Hochofen werden mithilfe von Elektrolyse sowie hydrometallurgischen Verfahren Schadstoffe entfrachtet und die Metalle voneinander getrennt. Der verbleibende Kunststoff kann zur umweltfreundlichen Energiegewinnung genutzt werden.

Welche Rohstoffe können beim Recycling gewonnen werden und was passiert mit diesen?
Christopher Wütz: Mobiltelefone enthalten – neben Kunststoffen – eine Vielzahl an Elementen (Silizium, Eisen, Aluminium, Kupfer, Blei, Zink, Zinn) sowie Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium. Es werden beim Recycling vor allem die Edelmetalle und Kupfer zurückgewonnen, welche als sekundäre Rohstoffe erneut z.B. für die Produktion neuer Geräte verwendet werden können.

Mit welchen Partnern arbeiten Sie beim Recycling zusammen und welche Qualitätsstandards müssen diese erfüllen?
Christopher Wütz: Teqcycle arbeitet ausschließlich mit zertifizierten und auditierten Partnern zusammen, die höchste Qualitätsstandards erfüllen. Teqcycle selbst ist als deutscher Entsorgungsfachbetrieb nach §56 Kreislaufwirtschaftsgesetz zertifiziert. Zusätzlich ist der gesamte Teqcycle Rücknahmeprozess durch die DEKRA zertifiziert.

Welche Geräte werden nach der Datenlöschung weiterverkauft?
Christopher Wütz: Wir richten uns hier nach der Nachfrage auf dem Weltmarkt. Es werden demnach nur Geräte weiterverkauft, für welche Bedarf zur Weiterverwendung besteht.

Wie funktioniert die Datenlöschung bei den Geräten?
Christopher Wütz: Auch bei der Datenlöschung arbeiten wir ausschließlich nach den neuesten Verfahren. Für die Datenlöschung nutzen wir die spezialisierte Löschsoftware Blancco Mobile, welche eine sichere Löschung der Daten garantiert. Dabei ist Teqcycle seit 2013 Gold Partner der Firma Blancco.

Nicht mehr funktionstüchtige Endgeräte werden seit vielen Jahren von T-Mobile in Shops angenommen und über einen Partner fachgerecht entsorgt. Unsere Kunden unterstützen damit DEBRA Austria, einen Familienverband für Betroffene der Hauterkrankung „Epidermolysis bullosa“, auch „Schmetterlingskinder“ genannt. DEBRA erhält für jedes abgegebene Handy zwei Euro. Weitere Informationen im Nachhaltigkeitsbericht von T-Mobile Austria.

Verfasst von
Sie ist Pressesprecherin von T-Mobile Austria und Hauptredakteurin des 0676 Blogs. Sie interessiert sich seit der Jugend für Telekommunikation, Technologie und Mobilfunk.

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