Schaust du noch Tatort oder twitterst du schon?

23. Februar 2014 /
Blog_SecondScreen

Fernsehen und gleichzeitig im Internet surfen wird auch in Österreich immer beliebter.

Sonntag, 20:15: Millionen Menschen sehen sich den Tatort an. Dabei gibt es immer etwas auszusetzen, das ist nicht neu. Neu ist, dass unfähige Kommissare oder langweilige Inhalte mit der ganzen deutschsprachigen Welt in diversen Social-Media-Kanälen diskutiert werden. Ein beliebter Kanal dabei ist Twitter, das Phänomen das dahinter steckt nennt sich Second Screen bzw. Social TV.

Smartphone und Tablet erweitern den TV-Schirm
Glaubt man den Trendforschern wird Second Screen im Jahr 2014 zum ganz großen Kino. Laut mindshare.at nutzen bereits zwei Drittel der 15- bis 59-Jährigen beim Fernsehen zur gleichen Zeit einen Second Screen, also typischerweise ein Smartphone oder Tablet. Dabei wird einerseits über das Gesehene diskutiert, andererseits suchen Parallelnutzer im Internet nach Produkten, die gerade in einer Werbung oder Sendung zu sehen waren.

Auch bei vielen TV-Sendern zeigt sich die Tendenz, dass sie ihre Zuseher aktiv dazu auffordern, das im Fernsehen Gesehene online zu diskutieren. Jüngstes Beispiel für Social TV ist die RTL Inside App, die parallel zu ihren eigenen Fernsehinhalten Umfragen macht und den Zuschauern ermöglicht, sich untereinander auszutauschen. Auch im österreichischen Fernsehen werden immer mehr Zuseher via Social Media direkt in die Sendung integriert. So können beispielsweise in politischen Diskussionsrunden via Facebook und Twitter Fragen gestellt werden.

Second Screen funktioniert aber auch in die umgekehrte Richtung. Viele TV-Macher beziehen ihren Sendungsinhalt aus dem Netz, beispielsweise in Form von Youtube-Videos. Zeitungen hingegen, wie die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“, widmen den Twitter-Kommentaren (Twittritik) eine eigene Rubrik, wo diese zusammengefasst werden.

478.000 folgen Tatort auf Twitter
Kritische aber auch durchaus lustige Tweets findet man jeden Sonntag ab 20:15 Uhr unter dem Hashtag #Tatort. Der offizielle Twitter-Kanal des Tatorts hat laut aktuellem Stand 478.000 Follower. Der beliebteste Tatort dieses Jahr war „Fette Hoppe“ mit Nora Tschirner und Christoph Ulmen. Dabei wurden durchschnittlich 200 Tweets pro Minute getwittert. Insgesamt gab es während der Sendezeit 9.606 Tweets von 3.338 Accounts, die durchschnittlich 2,88 Tweets veröffentlichten. Die ARD unterstützt diese „soziale“ Anteilnahme, indem sie beim Online-Stream auf ihr eigenes Forum, Twitter und Facebook verweist und sogar selbst kräftig mitzwitschert.

Bei so viel zusätzlichem Angebot kann schon einmal die eigentliche Handlung des Tatorts in den Hintergrund rücken. Nämlich dann, wenn man sich vor lauter Tweets lesen nicht mehr auf das Wesentliche der Geschichte konzentrieren kann und plötzlich schon der Mörder gefasst wurde.

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