AutoDraw: Zeichenhilfe für Untalentierte

10. Juli 2017 /

Mit AutoDraw hat Google eine kleine Browser-App online gestellt, mit der auch wenig begabte User erkennbare Skizzen anfertigen können. AutoDraw funktioniert so: Das Tools versucht die Zeichnung des Users zu erkennen und ersetzt diese durch ein fertiges Produkt, das aus der Hand eines Künstlers stammt.

Für die Erkennung ist eine Technologie namens Machine Learning zuständig: Ein künstliches System lernt aus Beispielen und kann diese nach Beendigung der Lernphase verallgemeinern. Das heißt, es werden nicht einfach die Beispiele auswendig gelernt, sondern es „erkennt“ Muster und Gesetzmäßigkeiten in den Lerndaten – ein Beispiel für Künstliche Intelligenz.

Bei AutoDraw handelt es sich um eine Symbiose zwischen Machine Learning sowie der Künstler-und Grafiker-Community, die fertige Skizzen zur Verfügung stellt.

AutoDraw ist nur ein Projekt von vielen. Google plant eine weltweite Plattform für Künstliche Intelligenz (KI) zu schaffen. Diese soll nicht nur die eigenen Produkte verbessern, sondern auch Firmen und Einzelpersonen an einen Tisch bringen, um KI voranzutreiben – von Software bis zu den Servern.

Googles Herzstück in Sachen Machine Learning ist die Software TensorFlow. Ins Leben gerufen wurde sie als internes Tool, um KI-Algorithmen zu entwickeln, seit 2015 ist es eine plattformunabhängige Open-Source-Programmbibliothek im Umfeld von Sprache und Bildverarbeitungsaufgaben. Bei Google selbst findet es Verwendung in kommerziellen Produkten wie Spracherkennung, Gmail, Google Fotos und der Google Suche.

Als offene Plattform ist TensorFlow die Heimat zahlreicher Projekte. Neben AutoDraw findet sich hier etwa die The Infinite Drum Machine, die Tausende Alltagsgeräusche mit Hilfe von Machine Learning organisiert, oder den Thing Translator, der über die Kamera des Notebooks oder Smartphones Gegenstände erkennt und sie gleich in eine gewünschte Fremdsprache übersetzt – ideal für Reisen. Derzeit werden neun Sprachen berücksichtigt, von Spanisch bis Chinesisch.

Man kann die KI-Projekte alle selbst ausprobieren. In der Regel merkt der User schnell, dass KI noch in den Kinderschuhen steckt. Allerdings bekommt man ebenfalls rasch den Eindruck davon, wie die Welt aussehen könnte, sobald Künstliche Intelligenz mit Erwachsenenschuhen unterwegs ist.

Verfasst von
Wolfgang Franz ist freier IT-Journalist und Mitgründer der Content-Agentur kontexte.

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