#FastandFurious: Zwei Gigabit pro Sekunde im LTE-Netz

29. Mai 2017 /

LTE Advanced Pro stellt den Vorläufer zu 5G (Nachfolger von 4G/LTE) dar und soll im Jahre 2018 auf den Markt kommen, 5G soll zwei Jahre später folgen. An einem einheitlichen 5G-Standard arbeiten weltweit verschiedene Technologie-Konsortien. Die 5. Mobilfunkgeneration wird Internet der Dinge, Virtual Reality oder autonomes Fahren wie auch datenintensive Breitbandanwendungen vorantreiben.

T-Mobile und Huawei demonstrierten im Oktober 2016 in Österreich die „LTE Advanced Pro“-Technologie. Beim Showcase im T-Center in Wien konnte durch eine Kombination von verschiedenen Technologien beim Live-Test eine Geschwindigkeit von knapp 2 Gigabit pro Sekunde erreicht werden. Dies stellt eine Verachtfachung der derzeitigen Höchstgeschwindigkeit von 250 Megabit pro Sekunde dar.

Kombination von drei Technologien
Beim „LTE Advanced Pro“-Test wurden die drei Technologien „Higher MIMO Order“ (Mehrantennentechnik), „Carrier Aggregation“ (Bündelung von Frequenzen) sowie „256 Quadratur Amplitude Modulation“ (höherwertiges Modulationsverfahren im Download und somit eine effizientere Nutzung der Funkverbindung) kombiniert.

Bei der eingesetzten Mehrantennentechnik (MIMO = Multiple Input Multiple Output) werden 4×4 Antennen sowohl bei der Sendestation als auch beim Empfangsgerät eingesetzt, wodurch bei gleichbleibendem Frequenzspektrum eine höhere Datenrate erzielt werden kann. MIMO erlaubt die parallele Übertragung von Daten über mehrere Kanäle mithilfe von mehreren Antennen auf Sender- und Empfängerseite. „4×4 MIMO“ verdoppelt nahezu die Datenübertragungsrate im Ver¬gleich zu der heute eingesetzten „2×2 MIMO“-Technik. Sie erfordert den Einsatz zusätzlicher Funktechnik und zusätzlicher Antennensysteme.

Bei „Carrier Aggregation“ werden mehrere Frequenzen (im Test je 20MHz aus dem 800MHz-, 900MHz-, 1800MHz-, 2,1GHz-Band und 2,6GHz-Band) gebündelt. Durch die parallele Verwendung der Übertragungswege werden Bandbreiten von bis zu 150 Mbit/s je Träger erzielt. Der Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass durch den Zusammenschluss der Frequenzen in der Regel die bestehende Infrastruktur verwendet werden kann und langwierige und kostenintensive Aufrüstungen entfallen. Aktuell können zwei Träger gebündelt werden, die Zukunft wird bis zu fünf ermöglichen. Durch den Einsatz des höherwertigen Modulationsverfahrens 256 QAM (derzeit 64 QAM) kann der Mobilfunkkanal noch effizienter genutzt werden und somit die Datenübertragung nochmal um 30 Prozent gesteigert werden.

Verfasst von
Sie ist Pressesprecherin von T-Mobile Austria und Hauptredakteurin des 0676 Blogs. Sie interessiert sich seit der Jugend für Telekommunikation, Technologie und Mobilfunk.

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