Shovler: Mit der Schneeschaufel durch die Stadt

13. März 2017 /

Der heurige Winter hatte es in sich, die hoffentlich letzten kalten Nächte stehen vor uns. Neben Rekord-Minusgraden, die es seit Jahrzehnten nicht mehr in Österreich gegeben hat, ist auch sehr viel Schnee gefallen. Sowohl Behörden als auch Privatpersonen werden traditionell auf dem falschen Fuß erwischt, wenn die die weiße Pracht vom Himmel kommt. Nicht selten stellt sich erst nach dem Aufwachen heraus, was Frau Holle über Nacht angerichtet hat.

Das Unternehmen Shovler hat für Verzweifelte eine App (Android, iOS) auf den Markt gebracht, mit der Schneeschaufler für einen kleinen Obolus angeheuert werden können. Nach dem Download der App muss zuallererst ausgewählt werden, ob man ein Schaufler oder ein Auftraggeber sein will.

Die Zuteilung der in der Nähe befindlichen Schneeräumer erfolgt im Grunde nach dem Uber-Prinzip: Je nach Entfernung des Schauflers definiert sich auch der Preis. Der Preis wird jedoch vom Auftraggeber selbst mitsamt der genauen Tätigkeitsbeschreibung festgelegt. Motivierte Schaufler können die verschiedenen Angebote dann bequem nach Bezahlung und Entfernung darstellen lassen. Ähnlich wie bei Uber kann man bei entsprechender Kondition und Muskelkraft mit einer Schaufel bewaffnet auch die ganze Stadt abklappern.

Alles darf geräumt werden
Die angebotenen Räumtätigkeiten reduzieren sich nicht nur auf die Hauseinfahrt oder den Garten. Mit Shovler können auch Autos, Firmeneinfahrten, Gehsteige oder das gesamte Grundstück vom Schnee befreit werden.

Wie bei disruptiven Geschäftsmodellen üblich ist die Abwicklung sehr kundenfreundlich, die Dienstleistung muss daher auch nicht vor Ort in bar ausbezahlt werden sondern kann mit verschiedenen Zahlungsmethoden etwa per Kreditkarte direkt über die Shovler-App vom Auftraggeber zum Dienstleister transferiert werden.

Shovler ist für Android- und iOS-Geräte verfügbar, vorläufig allerdings nur in den USA. Wenn aber die kommenden Winter in Europa ähnlich streng werden wie heuer, steht wohl auch einer Expansion über den großen Teich nichts im Wege. Interessierte dürfte es wohl auf beiden Seiten des Deals geben: Denn verzweifelte Eingeschneite einerseits und Menschen mit Arbeitswillen und Geldknappheit andererseits finden sich auch hierzulande wohl mehr als genug.

Verfasst von
Alex Wolschann ist Mitbegründer der Content-Agentur kontexte und ehemaliger Chefredakteur der Computerwelt.

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1 Kommentar

  • Besim says:

    Hallo,
    ich wohne ja etwas nördlicher, schneetechnisch ist hier auch alles dabei, oft verweht.

    Wir haben ein Schiebeschild für einen Frontladertraktor. Der hat genügend Kraft auch kleinere Schneewehen zu beseitigen (innerorts, um auf die Bundesstraße zu kommen). So oder so Ähnlich haben das hier fast alle gelöst, kleine Schneefräsen haben hier eher die kleinen Eigenheimbesitzer mit 10 qm zwischen Haustür und Straße.