Zukunft Smartwatches: Eingabe per Handgesten

16. Januar 2017 /

Smartwatches haben zwei große Vorteile: Sie sind voll mit intelligenten Komponenten versehen, deren Potenzial noch gar nicht gehoben ist, und sie werden permanent am Körper getragen. Diese beiden Aspekte haben Forscher der Carnegie Mellon University in dem Projekt ViBand kombiniert.

Die Wissenschafter Gierad Laput, Robert Xiao, and Chris Harrison haben Beschleunigungssensoren handelsüblicher Smartwatches ganz einfach modifiziert, um mit ihnen bioakustische Signale zu erfassen. Beschleunigungssensoren sind durch das Betriebssystem in der Regel auf 100 Hz beschränkt, was für den primären Einsatz ausreichend ist, und zwar um die Ausrichtung der Uhr zu erkennen.

Nachdem die Forscher den Wert auf 4 kHz und damit die Empfndichkeit erhöht hatten, entstand mit einem Mal eine breite Palette möglicher Anwendungen. Zum einen können derart manipulierte Geräte eine Vielzahl an Handgesten wie Klatschen, Schnippen oder Kratzen unterscheiden. Damit erhält man neue Formen der Eingabe und Steuerung – Stichwort Minority Report.

Zum anderen registrieren sensible Beschleunigungssensoren die Vibrationen von Objekten wie etwa einer Gitarre, womit sich die Erfahrung der Nutzer durch kontextbezogene Funktionalität erweitern ließen.

Gierad Laput, Xiang Chen und Chris Harrison haben schon Anfang dieses Jahres auf sich aufmerksam gemacht. Sie haben mit Sweepsense ein System entwickelt, um auf Basis bestehender Hardware und mit Ultraschallsignalen elektronischen Geräten wie Smartphones oder Notebooks neue Möglichkeiten der Bedienung zu geben. Im Prinzip arbeitet das System wie eine Echoortung: Ein hochfrequentes, nicht hörbares Signal wird von den Lautsprechern des Smartphones oder Notebooks ausgesendet und von den Mikrofonen wieder eingefangen. So kann etwa ein Anruf auf dem Smartphone angenommen werden, wenn ein Ohrstöpsel auf dem Ohr entfernt wird. In einem anderen Beispiel wird auf dem Smartphone abgespielte Musik gestoppt, wenn beide Stöpsel entfernt werden.

Verfasst von
Wolfgang Franz ist freier IT-Journalist und Mitgründer der Content-Agentur kontexte.

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