iPhone 7 Plus im Test: Auf die inneren Werte kommt es an

24. Oktober 2016 /
iPhone 7 Plus in Jetblack bei T-Mobile erhältlich. Rechte: Apple iPhone 7 Plus in Jetblack bei T-Mobile erhältlich. Rechte: Apple

Eine kleine Enttäuschung wird wohl jeder Besitzer eines iPhone 6 oder 6S erleben, wenn er oder sie sich das Upgrade auf das neue iPhone7 gegönnt hat und nach dem Öffnen der Schachtel ein optisch kaum verändertes Gerät vorfindet. Der einzige merkbare Unterschied ist die leicht hervorstehende Linse der Kamera, und die kann wohl kaum als optisches Highlight bezeichnet werden. Ist das Smartphone aber erst einmal in Betrieb genommen, verfliegt die Enttäuschung aber sukzessive. Denn die inneren Werte des neuen iPhone7 beziehungsweise 7 Plus können sich wirklich sehen lassen.

iPhone7 und 7 Plus von (c) Apple

iPhone7 und 7 Plus von (c) Apple

Getestet wurde ein iPhone 7 Plus mit einer Bildschirmdiagonale von 5,5 Zoll in der Farbvariante schwarz (nicht zu verwechseln mit der Variante Diamantschwarz, die sich laut ersten Erhebungen als die beliebteste Farbe herauskristallisiert hat) mit einer SIM-Karte von T-Mobile und dem My Mobile Extreme Tarif, was einer maximalen Downloadgeschwindigkeit von 150 Mbit/s und einer Uploadrate von 50 Mbit/s entspricht. Das soll an dieser Stelle erwähnt werden, weil das iPhone 7 Plus im Vergleich zu seinem kleinen Bruder doch merklich bessere Features bekommen hat: Das Display ist heller obwohl die Auflösung gleich geblieben ist, die Akkulaufzeit ist deutlich höher und die Kamera in doppelter Ausführung auch deutlich performanter.

Kraftvoller Prozessor
Der A10 Prozessor, dem immerhin 3 GB RAM spendiert wurden, macht einen tollen Job. Alle Anwendungen laufen extrem flott, auch das Wechseln der Anwendungen und der Betrieb mit rund einem Dutzend geöffneten Anwendungen funktioniert absolut reibungslos. Hier liegt das neue iPhone 7 Plus absolut im Spitzenfeld der gegenwärtigen Highend-Smartphones.

Deutlich helleres Display
Das Display ist sehr hell und auch im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich verbessert. Das zeigt sich vor allem bei starker Sonneneinstrahlung, wo das iPhone 6 (und viele andere Smartphones) doch deutliche Schwächen offenbart hat. DisplayMate, im Grunde weltweit die Instanz für Bildschirmtests, spricht vom besten LCD-Bildschirm aller Zeiten. Die Farbskala ist um 25 Prozent gewachsen und sei vergleichbar mit dem, was aktuell 4K-Fernseher liefern. Einzig der Schwarzwert des iPhone 7 Plus könnte etwas besser sein, was sich dementsprechend auch auf den Kontrast auswirkt. Das kann aber schon als Jammern auf hohem Niveau bezeichnet werden.

Ein ganzer Arbeitstag ohne Ladung
Wirklich beeindruckend ist allerdings die Laufzeit des Akkus, was laut Userbefragungen für viele Smartphone-Besitzer auch ein absolutes Killerkriterium bei der Auswahl eines Geräts darstellt. Während das iPhone 7 über einen Akku mit 1960 MAh verfügt, kommt im iPhone 7 Plus ein Akku mit 2.900 mAh zum Einsatz. Das macht sich bemerkbar. Mit aktiviertem Bluetooth, WLAN und hellster Displayeinstellung schafft das iPhone 7 Plus einen ganzen Arbeitstag locker ohne zwischenzeitlichen Ladevorgang. Lange Telefoniezeiten und reger App-Einsatz inklusive.

Doppelkamera liefert sehr gute Ergebnisse
Die Doppelkamera macht einen ausgezeichneten Job. Innerhalb der Kamera-App kann zwischen den Linsen bequem hin und hergewechselt werden, der Zoom funktioniert stufenlos und digital bis zu einer zehnfachen Vergrößerung. Die Qualität der Fotos kann sich mehr als sehen lassen, was einerseits am optischen Bildstabilisator liegt und wohl auch an den 12 Megapixeln, die kraftvolle und farbechte Bilder entstehen lassen. Das iPhone 7 Plus (genau wie auch das iPhone 7) können Fotos im RAW-Format aufnehmen.

Gute Verarbeitung
Es wurde zwar eingangs kritisiert, dass es bei der neuen iPhone-Generation keine optischen Veränderungen an der Außenhülle gibt, auftretende Probleme bei der 6er Generation wie das „Bendgate“ oder das Ausreißen von Barthaaren während dem Telefonieren haben sind weder im Test aufgetreten, noch wurde sie von anderen Early Adaptern öffentlich gemacht. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand, das Gehäuse aus Glas und Metall wirkt wertig und gut verarbeitet. Eine kleine optische Neuigkeit gibt es dann aber doch und die macht auch noch Sinn: Die Antennenbänder sind beim iPhone 7 und 7 Plus näher an den Rändern nagebracht und vermitteln ein geringfügig stimmigeres Gesamtbild.

Gewöhnungsbedürftiger Home-Button
Optisch nicht relevant aber in der Nutzung aber umso mehr ist der neue Home-Button: Da er jetzt nicht mehr mechanisch ist, gibt es kein Feedback wie bei einem Knopf, die sogenannte Taptic Engine vibriert aber je nach Druckstärke und gibt so ein haptisches Feedback. Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Apple-Power User werden sich hier schneller daran gewöhnen, da die Technologie schon im Trackpad des neuen Macbook sowie bei der Apple Watch zum Einsatz kommt.

Noch ein Wort zum Wegfall des Klinkenanschlusses: Ob die kabellosen Kopfhörer bequem sind oder nicht, und sich für Sport eignen oder nicht, ist wohl sehr subjektiv. Fakt ist aber, dass Kopfhörer mit 3,5-mm-Klinke nur über den mitgelieferten Adapter via Lightning verwendet werden können. Der Adapter ist aber blockiert, wenn das Smartphone über eben jenen Port mit Strom versorgt werden will. Musik zu hören und das Gerät gleichzeitig zu laden läuft also nicht. Außer man nutzt einen eigenen Adapter.

Fazit
Wer außer Acht lässt, dass das die neuen iPhones optisch kaum verändert sind und sich ausschließlich auf die inneren Werte fokussiert, wird vom iPhone 7 Plus nicht enttäuscht werden.

Verfasst von
Alex Wolschann ist Mitbegründer der Content-Agentur kontexte und ehemaliger Chefredakteur der Computerwelt.

Kommentare sind geschlossen.