Grazer Unternehmen haucht digitalen Lautsprechern neues Leben ein

26. September 2016 /
USound haucht Lautsprechern digitales Leben ein.

Längst haben Smartphones die viele Jahre sehr beliebten MP3-Player in der Gunst der User überholt, wenn es darum geht, unterwegs Musik mit Kopfhörern zu hören. Selbst der Speicherplatz ist kein Argument mehr gegen die mobilen Alleskönner, weil dank Cloud Speichern oder Speicherkartenslots die Anzahl der sofort verfügbaren Musikstücke schon fast unbegrenzt ist. Streaming-Dienste wie Deezer tun ihr Übriges, um die MP3-Player endgültig zu verdrängen.

Es wird durch diese Entwicklung aber auch immer wichtiger, dass die Smartphonehersteller bei der Qualität der Lautsprecher und Audioelemente in den Geräten nachrüsten, um den User eine möglichst hohe Klangqualität anbieten zu können. Während es im Displaybereich gerade in den letzten zehn Jahren große Technologiesprünge gab, blieb der Fortschritt im Audio-Bereich vergleichsweise überschaubar.

Einen nennenswerten Beitrag zu besserer Klangqualität bei Smartphones und Tablets liefert das Grazer Unternehmen USound, das auf MEMS-Technologie (Micro Electro Mechanical Systems) basierende Lautsprecher und Kopfhörer entwickelt. Dabei handelt sich um miniaturisierte Bauteile mit kleinsten Abmessungen, die als digitales System zusammenwirken.

Hinter dem vor drei Jahren gestarteten Unternehmen stehen mit Ferruccio Bottoni (CEO), Andrea Rusconi-Clerici (CTO) und Jörg Schönbacher (CFO) drei erfahrene Gründer und Veteranen der Halbleiter-Industrie.

Platz- und stromsparend
Die nun von USound entwickelten Lautsprecher haben vier wesentliche Vorteile: sie benötigen rund 50 Prozent weniger Platz, die Herstellungskosten betragen etwa die Hälfte von herkömmlichen Lautsprechern, der Energieverbrauch liegt rund 80 Prozent niedriger und die Klang-Performance ist dank Souveränität im Ultraschall-Band etwa doppelt so gut als bestehende Systeme.

Im ersten Halbjahr 2017 sollen die ersten von USound entwickelten MEMS-Kopfhörer in die Massenproduktion gehen. Anschließend werden MEMS-Lautsprecher für Smartphones, Tablets und andere mobile Endgeräte auf den Markt kommen. In einer dritten Phase erfolgt dann der Roll-out etwa für Wearables.

Als langfristiges Ziel sieht das mittlerweile 22 Mitarbeiter umfassende Team von USound für sich eine Positionierung als End-to-End Audio System Entwickler mit Komplettlösungen von Hardware über Codec bis Firmware. Das steirische Unternehmen adressiert somit einen globalen Milliardenmarkt, für den sich Bottoni und seine Kollegen ambitionierte Ziele gesteckt haben: „Mit unserer neuen Technologie müssen wir doppelt so gut sein, um bestehende Systeme und Lieferanten zu ersetzen, ohne dabei mehr zu kosten. Wir haben unseren Kunden bereits bewiesen, dass unsere Technologie funktioniert, nun folgt die Markteinführung.“

Verfasst von
Alex Wolschann ist Mitbegründer der Content-Agentur kontexte und ehemaliger Chefredakteur der Computerwelt.

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