Top oder Flop? PlayStation VR Erfahrungsbericht

11. August 2016 /
Top oder Flop? PlayStation VR Erfahrungsbericht Top oder Flop? PlayStation VR Erfahrungsbericht. Bildrechte: Sony

Wo findet man in einem Spiel eigentlich Munition zum Nachladen während man in einem Van sitzt, auf einer Autobahn von Motorrädern und Jeeps verfolgt und vom Fahrer angebrüllt wird, man soll etwas gegen die Verfolger tun? Das PlayStation-VR-Spiel „The London Heist“ zieht den Spieler sofort in den Bann, die Grenze zwischen Realität und VR wird hauchdünn, so wie das Umblättern eines spannenden Buches zur unbewussten Nebensache wird. Handlung und Fortschritt gewinnen die Oberhand. Das Geheimrezept ist die nahtlose Einbindung der PlayStation Move Motion Controller zur Steuerung des Spielgeschehens.

Auf Tuchfühlung mit der PlayStation VR
Die PlayStation VR sitzt bequem auf dem Kopf, sie verrutscht und drückt nicht. Sehbrillen müssen nicht abgenommen werden, um die VR-Brille zu nutzen. Kopfhörer sind nicht Teil der Brille und werden darüber angelegt. Einziger Wermutstropfen ist die Wärmeentwicklung. Unter der VR-Brille wird es sehr heiß. Nach 30 Minuten Spielzeit und Abnahme der VR-Brille fließt einem der Schweiß die Wangen herunter und die Sehbrille ist total beschlagen. Während dem Spielen ist das nicht weiter aufgefallen, umso größer die Überraschung danach.

Wilde Verfolgungsjagd schafft Immersion
Im Dreieck mit der PlayStation Kamera und der VR-Brille erfasst der Motion Controller, ähnlich den Controllern der Nintendo Wii, die exakte Position und Bewegung der Hände. Im virtuellen Fluchtwagen von „The London Heist“ sitzend, sieht man deshalb mittels VR-Brille nicht nur den Auto-Innenraum, sondern auch die eigenen virtuellen Hände, kann sie komplett frei bewegen, drehen und mit der Umwelt interagieren. Mit einem Knopfdruck und der entsprechenden Handbewegung kann man die Sonnenblende herunterklappen, den Trinkbecher vom Armaturenbrett nehmen, den Radiokanal wechseln oder lauter drehen. An einem gewissen Punkt im Spiel muss man jedenfalls die Spielwaffe nachladen und selbst daraufkommen, wo die Reservemunition liegt. Die Lösung, wie sie in vielen Actionfilmen vorgeführt wurde: Im Handschuhfach nachsehen. Eine Hand hält die Spielwaffe, die andere greift nach dem Magazin und ladet nach. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat man das Gefühl diese Objekte wirklich zu halten und damit zu interagieren, aber irgendwie auch nicht. Das muss wohl die oft zitierte „Immersion“ sein, das Eintauchen in eine virtuelle Szene, die so oft im gleichen Atemzug mit VR-Brillen fällt.

Fazit: Move Motion Controller ebnet Weg zum VR-Erfolg
Die getesteten PlayStation-VR-Spiele die sich ausschließlich mit dem klassischen Dualshock-Controller steuern lassen, können im Vergleich zum Move Motion Controller nicht mithalten. Die Täuschung ist nicht eindringlich genug, das Gehirn merkt die Kluft zwischen Realität und Virtualität, den Widerspruch im realen Sessel sitzend per Knopfdruck durch eine virtuelle Welt zu schreiten. Die Reaktion einiger Menschen: Übelkeit, auch „Cybersickness“ genannt (Wikipedia). Folglich scheint die Lösung und das wahre Potenzial von VR in der Interaktion mit der virtuellen Welt zu liegen, die Hände in das Virtuelle zu bringen um darin mit der Umgebung zu interagieren. Statt beim VR-Titel „Eve:Valkyrie“ die Steuerung mit einem Dualshock-Controller einzugrenzen, sollte man nach dem Steuerknüppel „greifen“ können. Der Move Motion Controller wurde im September 2010 auf den Markt gebracht, fristete seither ein Nischendasein und wird mit dem Erscheinen der PlayStation VR, sofern VR-Spiele-Entwickler das Potenzial erkennen, sechs Jahre später vielleicht seinen großen Erfolg feiern.

Die PlayStation VR soll am 13. Oktober 2016 zu einem Preierscheinen und 399,99 Euro (UVP) kosten. Voraussetzung ist eine PlayStation 4. Im Internet munkelt man, dass gegen Jahresende, also zur Einführung der VR-Brille, eine Neuauflage der PlayStation 4 namens „Neo“ mit besserer Hardware erwartet wird.

Die gewonnene Erfahrung mit der PlayStation VR erfolgte im Rahmen der PlayStation VR Roadshow am 6. August im Hotel Topazz in der Wiener Innenstadt. Gespielt wurden innerhalb von 30 Minuten folgende Spiele: Eve:Valkyrie, The London Heist, Here They Lie, Headmaster.

Verfasst von
Als Pressesprecher für Produkte befasst sich Lev Ratner im 0676 Blog mit Tarifen, Smartphones, Tablets, Wearables, technischen Trends und allerlei Gadgets.

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