Auf- und Absteiger in der Social Media-Hitparade

14. April 2016 /

Viele Jahre galt Facebook als die klare Nummer 1 bei Sozialen Netzwerken bei Kindern und Jugendlichen. Je mehr Mütter, Väter und neuerdings auch Großeltern auf dieser Plattform unterwegs sind, umso weniger attraktiv scheint sie für die Jüngsten zu werden. Wohin weichen die Kids aus? Welche Plattformen liegen im Trend? Der „Jugend-Internet-Monitor 2016“ von Saferinternet.at zeigt die aktuellen Auf- und Absteiger in der Social Media-Hitparade.

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Der Sieger vorneweg: WhatsApp
Der Messenger-Dienst bleibt auch im Jahr 2016 mit Abstand die beliebteste Plattform der heimischen Kinder und Jugendlichen. 94% aller jungen Menschen nützen dieses Tool. Kein Wunder, kann diese App doch alles, was ein junger Handyuser heute braucht: Chatten in Echtzeit, Bilder und Videos teilen, sowie telefonieren und Videostreamen.

Platz zwei geht an YouTube
Die Videoplattform ist für viele Kids bereits zur beliebtesten Suchmaschine geworden. 89% der Jugendlichen wollen wohl keine langen Erklärungen lesen und lernen stattdessen lieber in übersichtlichen „How To’s“ wie die Welt funktioniert oder erfahren die neuesten Schmink-, Fußball- oder Gaming-Tipps von ihrem Lieblings-YouTuber.

Etwas abgeschlagen: Facebook
Nur noch an dritter Stelle in der Beliebtheits-Skala steht Facebook. Mit 69% Verbreitungsgrad hat der Klassiker bei den Jüngsten an Popularität verloren. Dass Facebook immer weniger attraktiv für sie ist, begründen Jugendliche damit einerseits, dass immer mehr ältere User im Netzwerk tätig sind, also auch Mama, Papa, Opa und Oma. Andererseits wird Facebookimmer unpersönlicher, weil von News und Firmenkommunikation überflutet.

Die Aufsteiger: Instagram und Snapchat
Die beiden Bilder- bzw. Video Dienste sind die großen Gewinner der letzten Monate. Während etwa bei einer vergleichbarenUntersuchung im Jahr 2014 in Deutschland nur 18% der Kinder und Jugendlichen angaben, mit einem Profil auf Instagramvertreten zu sein, sind es bei der Erhebung von Saferinternet.at Ende des Jahres 2015 bereits 55%.

Daten für die Plattform Snapchat wurden bis zum Vorjahr gar nicht erhoben, Saferinternet.at weist für diese neue Plattform bereits einen Verbreitungsgrad von 52% aus. Der Senkrechtstarter Snapchat steht somit in Österreich bereits an 5. Stelle bei den Kindern- und Jugendlichen.

Twitter bleibt bei Jüngsten unbedeutend
Mit einer Verbreitung von 25% auf relativ niedrigem Niveau bleibt der Kurznachrichtendienst Twitter. Quasi unbedeutend bleiben viele der in Amerika doch wesentlich stärker verbreiteten Plattformen wie ask.fm, Tumblr oder Vine.

Jungs und Mädchen kommunizieren anders
Teilweise signifikante Unterschiede weist der Jugend-Internet-Monitor 2016 hinsichtlich des Geschlechts der jugendlichen User von Social Media aus. Während WhatsApp von beiden Geschlechtern gleich stark genutzt wird, gibt es bei anderen Plattformen deutliche Unterschiede: Mädchen etwa nutzen Instagram mit 70% deutlich häufiger als Burschen (41 %). Ähnlich bei Snapchat: 64 % bei Mädchen, nur  41 % bei den Jungs. Auch YouTube ist bei weiblichen Jugendlichen etwas beliebter als bei männlichen (91% gegenüber 84 %).

Für Jungs spielt dafür Facebook mit 71 % eine wichtigere Rolle als für die Mädchen mit 67 %. Die Nase vorne hat bei den Burschen auch das Videospiel-Portal Twitch (27 % gegenüber 4 % bei den Mädchen).

Wer wurde befragt?
Im Zeitraum November/Dezember 2015 wurden 407 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren in Österreich zu ihrer Nutzung von sozialen Netzwerken befragt. Durchgeführt wurde die Befragung vom Institut für Jugendkulturforschung im Auftrag der Initiative Safertinternet.at.

Der Original-Beitrag stammt von Walter Fikisz, er ist Autor im Kids Blog von T-Mobile und Social Media Manager an der Pädagogische Hochschule Niederösterreich.
Verfasst von
Sie ist Pressesprecherin von T-Mobile Austria und Hauptredakteurin des 0676 Blogs. Sie interessiert sich seit der Jugend für Telekommunikation, Technologie und Mobilfunk.

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