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„Tablets zum Begreifen“ für blinde Menschen bekommt TUN-Nachhaltigkeitspreis

Aktuell gibt es weltweit 39,8 Mio. blinde und 285,3 Mio. sehbehinderte Menschen, davon etwa 300.000 betroffene in Österreich. Trotz eingeführter Standards für Barrierefreiheit in digitalen Medien sind nicht alle Technologien mit einer Sehhilfe zugänglicher geworden. Dazu gehören beispielsweise Tablets, die vor allem beim Schreiben und Lesen keine Brailleschrift unterstützen. Dies möchte das Team von „Green Vision“ bestehend aus  bulgarischen IT-Spezialisten grundlegend verändern und setzt dabei auf eine Innovation aus den USA.

GREEN VISION: 3D Model, (c) Kristina Tsvetanova

GREEN VISION: 3D Model, (c) Kristina Tsvetanova

Mit einer neu entwickelten Bildschirmfolie können glatte Oberflächen haptisch wahrgenommen werden. Dabei bilden sich auf der Oberfläche kleine physische Zylinder, ähnlich wie Knöpfe, die den digitalen Inhalt des Tablets in Blindenschrift übersetzen. Das selbstständige Lesen von E-Mails, E-Books, Webseiten und Kurznachrichten in Brailleschrift auf dem Tablet würde sehbehinderte Menschen mit ihrer Online-Umwelt verbinden. Dank der TUN-Fonds Förderung für den ersten Platz in der Höhe von 20.000 Euro gehört Green Vision mit der Abnahme dieser Technologie und Produktion eines Tablet-Prototypen zu den globalen Pionieren, die einen innovativen Schritt in eine digitale Zukunft für sehbehinderte Menschen setzen.

2. Platz Pumpmakers: Solarbrunnen-Pumpstation im „Do-it-yourself“-Verfahren

PUMPMAKERS, (c) www.2dream-animation.com

PUMPMAKERS, (c) www.2dream-animation.com

Der zweite Preis des TUN-Fonds in Höhe von 15.000 Euro geht an das Projekt Pumpmakers aus Kärnten. Dietmar Stuck, ein Brunnenmeister aus St. Veit an der Glan, hat die weltweit erste „Do-it-yourself“-Solarbrunnen-Pumpstation konstruiert. Aus einer Tiefe von bis zu 100 Meter können damit täglich 5.000 Liter sauberes Wasser gepumpt werden. Mit TUN-Fördermitteln wird eine Online-Plattform entwickelt, die auf allen mobilen Endgeräten weltweit nutzbar sein wird. Dabei werden unentgeltlich und offen Bauanleitungen zur Verfügung gestellt. Tipps zu Mikrofinanzierungen helfen beim Aufbau eines lokalen wirtschaftlichen Kreislaufs. Video von Pumpmakers.

3. Platz Tastemakers: Online-Plattform für Food-Entrepreneure

TASTEMAKERS: Nina Mohimi und Dani Terbu, (c) Tony Gigov

TASTEMAKERS: Nina Mohimi und Dani Terbu, (c) Tony Gigov

Der dritte Preis mit 12.000 Euro geht an das Projekt Tastemakers von Dani Terbu und Nina Mohimi aus Wien. Tastemakers bietet nachhaltigen, regionalen und innovativen Nahrungsmittelherstellern eine Plattform und den Konsumenten, die sich für Ab-Hof- und Bio-Lebensmittel interessieren, leicht verfügbare Information. Die Webseite richtet sich speziell an Food-Entrepreneure, die bisher wenig Erfahrung mit Vermarktung haben. Jeder darin aufgenommene Unternehmer wird selbst zum Tastemaker, der Hintergrundinformationen, Darstellung in Videos, Bilder und Texten liefern kann. Konsumenten profitieren von der damit verbundenen Transparenz der Anbieter sowie einer inhaltlichen und geografischen Anleitung für den zukünftigen Bio-Einkauf. Die Förderung des TUN-Fonds wird in die Entwicklung von der Webseite tastemakers.at investiert.

Schulprojekt: ReGreen zur CO2-kompensierenden Autonutzung

Schulprojekt REGREEN

Schulprojekt REGREEN

Neben den Hauptpreisen wurde der mit 3.000 Euro Fördergeld dotierte Schulpreis an die BHAK Wien 13 vergeben. Mit Unterstützung ihres Betriebswirtschaftsprofessors haben vier Schüler (Christoph Rebernig und Team) das Projekt ReGreen entwickelt. Damit sollen, ähnlich wie im Flugverkehr, CO2-Emissionen von Autofahrern individuell kompensiert werden können. Mit ihrem ambitionierten Projekt wollen die Schüler u. a. methanhaltige Böden versiegeln, Moore in Österreich durch Wasserversorgung renaturieren sowie Öl-Heizungen auf Biomasse umrüsten. Umweltbewusste Autofahrer sollen direkt an der Tankstelle einen Beitrag leisten können. Das TUN-Fonds Fördergeld wird für die Erstellung einer Website und Smartphone-App mit Onlineshop-Funktion sowie als Startkapital für die ersten CO2-kompensierenden Projekte eingesetzt. Die Schüler bemühen sich darüber hinaus Ihr Projekt über Crowdfunding zu finanzieren.

TUN-Fonds mit einer halben Million Euro dotiert
Die Nachhaltigkeitspreise des T-Mobile Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds (TUN) an Projekte für Braille-Tablets, sonnenbetriebene Wasserpumpen in „Do-it-yourself“-Herstellung, eine Online-Plattform für den Bio-Einkauf sowie zur CO2-kompensierenden Autonutzung werden mit insgesamt 50.000 Euro gefördert. Sie wurden bei der TUN-Preisverleihung am Freitag, 30. Mai 2014, im Rahmen der TEDxAmRing („Change – worth fighting for“) in der Wiener Hofburg vergeben.

Die diesjährigen Preisträger wurden durch eine unabhängige Jury unter Vorsitz des früheren EU-Kommissars Franz Fischler aus insgesamt 57 eingereichten Projekten ausgewählt. Die von T-Mobile finanzierten Preisgelder des TUN-Nachhaltigkeitspreises werden heuer zum dritten Mal ausgeschüttet. Ziel des Fonds ist es, das Potenzial mobiler Telekommunikation für die Lösung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsproblemen zu entwickeln. Der 2011 von T-Mobile gegründete gemeinnützige und unabhängige Fonds unter Aufsicht des Landes Wien ist mit einer halben Million Euro dotiert, auch die jährlichen Preise werden von T-Mobile finanziert. Weitere Informationen unter www.tun-fonds.at.

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